Ärzte Zeitung, 24.07.2008

Mit dem richtigen Partner bleiben Forscher flüssig

Bis zu 300 000 Euro lässt sich zum Beispiel die Innovationsstiftung Hamburg die Beteiligung an der Entwicklung eines Prototyps kosten

HAMBURG. Innovationen gelangen ohne öffentliche Förderung und weitere Unterstützung schwer zur Marktreife. Wer eine innovative medizinische Idee umsetzen möchte, hat je nach Bundesland unterschiedliche Förderoptionen.

Von Dirk Schnack

Sie heißen BioCon Valley, Hessenagentur, BioTop Berlin oder Norgenta: In fast allen Regionen Deutschlands kümmern sich Agenturen und Netzwerke um die Förderung innovativer Ideen, damit diese nicht schon im Anfangsstadium verpuffen.

Neben dem Bund, der über das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung und das Wirtschaftsministerium Unterstützung bietet, sind die regionalen Stellen die wichtigsten Ansprechpartner für Menschen mit Ideen, die einen Fortschritt in der Medizin und in der Biotechnologie versprechen.

Wer innovative Produktideen zur Marktreife bringen will, braucht Geduld und vor allem Geld.

Foto: Franz Pfluegl©www.fotolia.de

Für einen ersten Überblick über Fördermöglichkeiten bietet sich die Förderdatenbank des Bundeswirtschaftsministeriums an (www.foerderdatenbank.de). Dort hilft eine Schnellsuche nach Bundesländern und Fördergebieten zu ersten Adressen für Darlehen und Zuschüsse aus Ländern, Bund und EU. Nachteil: Die Datenbank ist nicht branchenspezifisch. Dafür bietet sie aber umfangreiches Informationsmaterial, hilft über ein Glossar und über Antworten auf typische Fragen über Anfangsschwierigkeiten hinweg.

Auch die kommerzielle Seite Foerderland (www.foerderland.de) bietet ein breites Spektrum an Informationen für Existenzgründer, ohne sich auf Branchen zu konzentrieren. Einen breiten Überblick über die Forschungsförderung in den einzelnen Bundesländern findet sich auf einer Seite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (www.foerderinfo.bmbf.de).

Wie man sich im schier undurchdringbar erscheinenden Dickicht der Förderbestimmungen zurecht findet, ist auf den Seiten der Innovationsstiftung Hamburg beschrieben (www.innovationsstiftung.de). Danach hängt die Förderhöhe von der jeweiligen Projektphase und den zuwendungsfähigen Kosten ab. Die Hamburger Stiftung unterscheidet drei Projektphasen:

  • Evaluierung des Konzeptes: Hier werden zunächst technische oder wissenschaftliche Möglichkeiten, vorhandene Ergebnisse der Grundlagenforschung und die Umsetzbarkeit von Konzepten oder Ideen geprüft. Bis zur Hälfte der in dieser Phase anfallenden Kosten können übernommen werden, eine typische Fördermittelhöhe sind hier 75 000 Euro.
  • Anwendungsbezogene Forschung: In dieser Phase soll die Forschung zur Entwicklung neuer Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen oder deren Verbesserung erfolgen. Auch hier ist die Hälfte der Kosten förderfähig, typische Größenordnung: bis zu 300 000 Euro.
  • Entwicklung bis zum Prototyp: Wenn nach der Forschung ein Prototyp, also ein erstes, noch nicht zur kommerziellen Verwendung taugliches Produkt entsteht, können noch einmal bis zu 35 Prozent der Kosten übernommen werden. Die typische Fördermittelhöhe beträgt auch in dieser Phase bis zu 300 000 Euro.

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