Ärzte Zeitung, 10.03.2010

Bionorica verbucht erneut Rekordumsatz

Während sich Phytopharmaka 2009 in den Apotheken schlechter verkauften, konnte Bionorica stark zulegen.

Von Christoph Winnat

zur Großdarstellung klicken

Bionorica-Chef Professor Michael Popp kann für 2009 ein gutes Ergebnis melden: Der Umsatz stieg auf 140 Millionen Euro. © Bionorica

DÜSSELDORF. Bionorica hat 2009 die Wirtschaftskrise vor allem in den osteuropäischen Märkten gespürt. Trotzdem schaffte es der Phytopharmakaspezialist aus der Oberpfalz, erneut einen Rekordumsatz zu erzielen. Der Umsatz des mittelständischen Phyto-Herstellers mit Fertigarzneimitteln einschließlich der Erlöse mit Pflanzenextrakten für Dritte stieg 2009 um knapp acht Prozent auf 140 Millionen Euro. Besonders gut konnte sich Bionorica im Heimatmarkt behaupten, versicherte Firmenchef Professor Michael Popp bei einem Pressegespräch in Düsseldorf.

So nahmen die Produkterlöse in Deutschland gegen den allgemeinen Trend um sieben Prozent auf 62 Millionen Euro zu. Der Topseller, das Sinusitis-Präparat Sinupret®, verbuchte im hiesigen Markt mit über 40 Millionen Euro (zu Herstellerabgabepreisen) rund sechs Prozent Plus.

Zum Vergleich: Der gesamte Phytomarkt im stationären Apothekenhandel ging 2009 um etwa drei Prozent auf 802 Millionen Euro (zu Herstellerabgabepreisen) zurück. Der Anteil Bionoricas nach verkauften Packungen verbesserte sich in diesem Teilmarkt laut Popp von 9,3 Prozent auf zehn Prozent.

Im Ausland nahm der Produktumsatz mit 67 Millionen Euro um 3,5 Prozent zu. Besonders in den osteuropäischen Märkten wie Russland oder der Ukraine habe Bionorica die Folgen der Wirtschaftskrise gespürt, so Popp. In Russland etwa sei die - immerhin wachsende - Nachfrage nach Bionorica-Produkten fast vollständig über den Lagerabbau des Großhandels bedient worden, so dass der Bionorica-Umsatz schließlich stagnierte. Sowohl national als auch international ist auch die Bionorica-Belegschaft gewachsen: Im Inland um 5,5 Prozent auf jetzt 460 Mitarbeiter, bei den ausländischen Tochtergesellschaften um 4,6 Prozent auf 454 Mitarbeiter.

Popp kündigte an, demnächst ein eigenes Qualitätssiegel auf seinen Packungen aufbringen zu wollen. Damit solle einerseits die Rückverfolgung der Charge bis zum Hersteller ermöglicht und zum anderen dem Verbaucher signalisiert werden, dass er ein qualitativ anspruchsvolles Produkt erwirbt. Das Siegel werde von der Münchener Spezialdruckerei Gieseke & Devrient entwickelt.

Neue Wege geht Popp auch im Marketing für die Erkältungsmittel Sinupret® und Bronchipret®. Im ersten Quartal 2010 wird erstmals TV-Werbung geschaltet. Der Spot läuft auf Pro7 und Sat1. Testimonial ist der Schalke-Trainer Felix Magath. Trotz des mit der TV-Premiere erweiterten Consumer-Marketings halte man aber an der Kommunikation mit den Fachgruppen, Ärzten und Apothekern, weiter fest, bekräftigte Popp.

Für dieses Jahr plant Popp die Expansion seines Unternehmens mit eigenen Landesgesellschaften in Großbritannien und Polen. Im Vereinigten Königreich hätten sich die regulatorischen Anforderungen soweit verändert, dass pflanzliche Arzneimittel erstmals als eigenständige Produktkategorie gelten. Bislang hätten dort Phytopharmaka als Nahrungsergänzungsmittel vermarktet werden müssen, was sich mit dem Konzept von Bionorica nicht vertrage, so Popp.

Gute Chancen rechnet sich Popp auch in Polen aus. Hier konnte Bionorica 2009 mit Verkäufen durch Partner bereits mehr als 12 Prozent Umsatzplus erreichen, während der OTC-Markt im gleichen Zeitraum um 7,5 Prozent einbrach. Jetzt will man sich diesen Markt mit eigenem Außendienst weiter erschließen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Abwarten schlägt Op

Zumindest in den ersten sechs Jahren nach Diagnose haben Männer mit lokalisiertem Prostata-Ca eine bessere Lebensqualität, wenn sie sich nicht unters Messer legen. mehr »

No deal-Brexit? Dieses Szenario lässt NHS-Angestellte schaudern

Je mehr Zeit in ergebnislosen Verhandlungen verrinnt, desto nervöser werden Beschäftigte vor allem im Gesundheitswesen. Ein Brexit ohne Vertrag mit der EU? Im NHS fürchtet man in diesem Fall ein Desaster. mehr »

Der reine Telearzt kommt

Fernbehandlung ohne Erstkontakt in der Praxis? Im Ländle wird dieses Modell jetzt erstmals getestet. Die Kammer dort hat gerade das erste Projekt genehmigt. mehr »