Ärzte Zeitung, 24.10.2010

Kommentar

PKV gerät enorm unter Druck

Von Herbert Fromme

Man konnte fast den Eindruck gewinnen, als ob die Gesetze der Ökonomie für einen Teil der Wirtschaft außer Kraft gesetzt waren. Jahrelang taten die privaten Krankenversicherer (PKV) so, als ob ihr Modell völlig unabhängig von externen Faktoren funktioniert. Ob Inflation, Niedrigzins oder Börsenkrise - die PKV gab sich ungerührt.

Die aktuelle Diskussion im Verband, ob man den seit 50 Jahren geltenden Rechnungszins absenken soll und damit zusätzliche Beitragserhöhungen bis zu acht Prozent auslöst, hat der Fiktion ein Ende gemacht. Auch die PKV kocht mit Wasser. Wenn jahrelang die Zinsen bei 2 Prozent oder 2,5 Prozent dümpeln, kann das die PKV nicht unberührt lassen. Schließlich kalkuliert sie bei ihren Alterungsrückstellungen mit einer Verzinsung von 3,5 Prozent.

Die PKV ist unter Druck, schon in den vergangenen Jahren mussten die Gesellschaften ihre Beiträge kräftig erhöhen. Ein Ausweg: Die Versicherer versuchen, an den Arzthonoraren zu knabbern. Richtig, die PKV zahlt deutlich besser als die Kassen. Wer aber meint, durch eine Umstellung der gesamten Krankenversicherung auf das PKV-System werde sich die Einnahmesituation der Ärzte dramatisch verbessern, ist auf dem Holzweg.

Lesen Sie dazu auch:
Aderlass bei den Privatversicherten?

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