Ärzte Zeitung, 23.11.2011

Abkühlung am Arbeitsmarkt erwartet

NÜRNBERG (dpa). Der deutsche Jobaufschwung steht nach Einschätzung von Großbanken vor einer Abkühlung. Spätestens in der ersten Jahreshälfte 2012 rechnen die Arbeitsmarktexperten der Institute mit einer stagnierenden Erwerbslosigkeit, einige von ihnen sogar mit einem leichten Anstieg.

"Wir sehen für das erste Halbjahr 2012 eine leichte Rezession. Dass da auch der Arbeitsmarkt was abbekommt, ist klar", prognostizierte etwa der Deutsche Bank-Volkswirt Stefan Schneider am Mittwoch in einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) will am kommenden Mittwoch die Arbeitslosenzahlen für November bekannt geben.

Allianz-Volkswirt Rolf Schneider sieht dagegen die Lage nicht ganz so dramatisch: Er hält das von seinem Haus erwartete leichte Schrumpfen der Wirtschaft um 0,3 Prozent im vierten Quartal 2011 allenfalls für eine Konjunkturdelle. "Insgesamt muss man daher damit rechnen, dass die Zahl der Arbeitslosen saisonbereinigt weitgehend stagniert".

Rückgang erwartet

Das gelte auch für das erste Halbjahr. Allerdings rechnet er damit, dass sich in der ersten Jahreshälfte 2012 die "Turbulenzen um die EU-Schuldenkrise etwas abflachen und die Weltkonjunktur wieder mehr Rückenwind bekommt".

Im November ist es nach Einschätzung der Experten auf dem Arbeitsmarkt noch einmal rund gelaufen. Trotz eines leichten Anstiegs der Arbeitslosenzahlen um knapp 20.000 auf 2,75 Millionen erwarten die meisten Fachleute saisonbereinigt einen Rückgang - und zwar um 5000 bis 15.000.

Deutsche Bank rechnet mit leichter Zunahme

Lediglich Stefan Schneider von der Deutschen Bank geht von einer leichten Zunahme der Arbeitslosigkeit aus.

Er ist überzeugt davon, dass bereits der saisonbereinigte Anstieg der Erwerbslosenzahlen im Oktober die Trendwende markiert hat. Andere Experten sehen darin eher einen Ausreißer und rechnen mit der Trendwende erst im neuen Jahr.

Weiterhin optimistisch zeigt sich die Commerzbank. Ihre Arbeitsmarktexperten gehen sogar von einem weiteren Sinken der Arbeitslosigkeit im November aus; nach ihren Berechnungen könnte die Erwerbslosigkeit auf 2,72 Millionen gerutscht sein.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Angst vor Stürzen sorgt für Verzicht auf Antikoagulans

Ein erhöhtes Sturzrisiko ist noch immer der häufigste Grund, auf eine orale Antikoagulation bei Vorhofflimmern zu verzichten. mehr »

Warum der Zuckersirup zum dicken Problem werden könnte

Seit Anfang Oktober gibt es in der EU keine Quotenregelung mehr für die aus Mais, Getreide oder Kartoffeln gewonnene Isoglukose. Experten befürchten eine Zunahme von Übergewicht und Diabetes. mehr »

Stotter-Therapie im virtuellen Raum

Geschätzt über 800.000 Bundesbürger stottern. Viele von ihnen ziehen sich komplett zurück, weil sie Ablehnung fürchten. Ein Ausweg: Therapie-Methoden, bei denen man zunächst zu Hause sprechen übt – online. mehr »