Ärzte Zeitung online, 15.06.2012

Lundbeck kappt Verkauf um 600 Posten

KOPENHAGEN (cw). Der dänische Pharmahersteller Lundbeck will seine Verkaufsmannschaft um 600 Mitarbeiter verkleinern. Der Stellenabbau werde vor allem an europäischen Standorten erfolgen, teilt Lundbeck mit.

Die Maßnahme stelle einerseits eine Reaktion auf generischen Wettbewerb und schärfere Erstattungsbedingungen dar. Andererseits wolle man in Erwartung mehrerer Neueinführungen der kommenden Jahre den Außendienst flexibler und kosteneffizienter gestalten.

Der Stellenabbau solle so rücksichtsvoll wie möglich verlaufen, heißt es. Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern stünden unmittelbar bevor.

Die Restrukturierung werde den operativen Gewinn dieses Jahr voraussichtlich mit 500 Millionen Kronen (rund 67 Millionen Euro) belasten.

Lundbeck hat derzeit vor allem mit dem Patentauslauf für sein Hauptprodukt, das Antidepressivum Escitalopram, in den USA zu kämpfen. Seit März ist dort ein Lexapro®-Nachahmer von Teva im Markt.

Neueinführungen geplant

2011 setzte Lundbeck mit Escitalopram im US-Markt 2,5 Milliarden dänische Kronen um (rund 323 Millionen Euro).

In Europa ist der Wirkstoff teilweise schon länger generisch. In anderen Märkten endet das Patent, wie etwa in Spanien, wo Lundbeck im ersten Quartal mehr als die Hälfte seiner Escitalopram-Erlöse verlor.

Zu den Neueinführungen, die Lundbeck plant, gehören Nalmefene (Selincro™) zur Alkohol-Entwöhnung, eine Monats-Depotformulierung des Schizophrenie-Wirkstoffs Aripiprazol sowie das neuartige multimodale Antidepressivum Vortioxetine.

Für die beiden ersten Kandidaten wurde die Zulassung bereits beantragt, letzterer wird derzeit noch in Phase III getestet.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Dicker Hals = dickes Risiko fürs Herz

Nicht nur ein dicker Bauch spricht Bände – der Halsumfang eignet sich ebenfalls, um das kardiovaskuläre Risiko abzuschätzen. mehr »

Junge Ärzte müssen etwas zur Versorgung auf dem Land beitragen!

Politik und Verbände mühen sich ab, um junge Ärzte für die Versorgung auf dem Land zu begeistern. Blogger Dr. Jonas Hofmann-Eifler sieht die Verantwortung ein Stück weit auch bei sich und seinen Kollegen. mehr »

Konsequente Strategie gegen Diabetes

Angesichts der epidemischen Zunahme von Diabetes-Patienten in Deutschland, muss die nächste Bundesregierung unbedingt den Nationalen Diabetesplan umsetzen. mehr »