Ärzte Zeitung, 06.01.2016

Wagniskapital

Biotech fordert bessere Anreize für Investoren

Die Branche will vor allem für private Anleger attraktivere steuerliche Regelungen erreichen.

BERLIN. Der Biotechnologie-Verband Bio Deutschland fordert von der Bundesregierung weitergehende Anreize für Wagniskapitalgeber.

Wie der Verband in seinem jüngst veröffentlichten Jahrbuch 2015/  2016 betont, sei die geplante Ausweitung des Invest-Programms ein großer Schritt in die richtige Richtung, der aber noch nicht weit genug gehe.

"Denn in der Wachstumsphase ist eine maximal bezuschusste Summe von 500.000 Euro für Biotechfirmen in der Regel nicht ausreichend", heißt es.

Wenn sie es mit der Verbesserung der Innovationsfinanzierung in Deutschland ernst meine und genügend Wagniskapital verfügbar machen wolle, dürfe die Bundesregierung sich nach Auffassung von BIO Deutschland nicht mit Stückwerk begnügen. Sie sollte das im Koalitionsvertrag versprochene Venture-Capital-Gesetz zügig verwirklichen, fordern die Biotech-Vertreter.

"Dieses Gesetz sollte so ausgestaltet sein, dass schwierige Finanzierungen vor allem in der Wachstumsphase leichter zu stemmen sind", so der Wunsch.

Biotech-Start-ups bräuchten Venture-Capital-Volumina von bis zu 50 Millionen Euro von mehreren Kapitalgebern, um ihr Unternehmen erfolgreich aufzubauen und zu einem Börsengang zu führen.

Das Gesetz sollte deshalb "die systematische Benachteiligung von VC-finanzierten Start-ups gegenüber Konzernen bei steuerlichen Verlustvorträgen abschaffen und Investoren nach einer Mindesthaltezeit bei Anteilsverkäufen von der Abgeltungssteuer befreien", so die Branchenvertreter.

Zudem solle es die Voraussetzungen zur Einrichtung eines Deutschen Innovationsfonds schaffen. Der Staat würde damit Privatinvestoren mit mittlerem Vermögen durch Steueranreize motivieren, Kapital in einen Fonds für forschungsintensive Wachstumsunternehmen zu investieren.

So würden nach Verbandslesart vielen Anlegern Investitionen möglich, die bisher einer kleinen Gruppe vermögender Investoren vorbehalten seien. (maw)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

"Natürliche Cholesterinsenker" bei Statin-Intoleranz?

Nahrungsergänzungsmittel als "natürliche Cholesterinsenker" sind umstritten. Bei Patienten mit Statinunverträglichkeit können sie aber hilfreich sein. Was empfehlen Experten? mehr »

Bei der Digitalisierung viel Luft nach oben

Die KBV hat nachgefragt, was sich in Sachen Digitalisierung in den Arztpraxen schon getan hat. Fazit: Manches ist schon umgesetzt. Wo sind noch ungenutzte Chancen? mehr »

Forscher entdecken Mikroplastik in menschlichen Stuhlproben

12.43Eine Pilotstudie hat winzige Plastikpartikel in menschlichen Stuhlproben gefunden – weltweit. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat unterdessen eine erste Stellungnahme abgegeben. mehr »