Ärzte Zeitung, 12.02.2016

Kommentar zu Gesundheits-Apps

Regulatoritis ante portas?

Von Matthias Wallenfels

Nutzenbewertung - ein Wort mit hohem Abschreckungspotenzial. Die Pharmabranche hat bereits ihre - leidigen - Erfahrungen damit gemacht, die Hersteller bestimmter Medizintechniklösungen der Risikoklassen IIb und III trifft es demnächst.

Es bleibt abzuwarten, ob die Medizinproduktemethoden-Bewertungsverordnung kleinere Anbieter aus dem Markt kicken wird.

Nun empfiehlt die Bertelsmann Stiftung, Gesundheits-Apps zu regulieren. Die gemeinsame Selbstverwaltung solle ein Verfahren zur Nutzenbewertung und Identifikation von Innovationen im Bereich Digital Health entwickeln. Zertifikate reichten hier nicht aus, so die Experten.

Abgesehen von rechtlichen Fragen, wie sich zum Beispiel in den USA beheimatete Apps regulieren ließen, geht es auch um die Folgen für den App-Markt. Wie jüngst eine Studie ergeben hat, handelt es sich bei den meisten Anbietern um finanzschwache Start-ups, die weniger als fünf Apps vertreiben.

Regulierung kostet Geld. Da würde sich der Markt von selbst bereinigen. Am Schluss blieben womöglich nur Gesundheitsdatenkraken wie Google & Co übrig. Will man das?

Lesen Sie dazu auch:
Gesundheits-Apps: Treiber für eine bessere Versorgung

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wie man trotz Plätzchen den Kilos trotzt

Ein Lebkuchen hier, ein Dominostein da und dann noch die fette Weihnachtsgans. Forscher geben studiengeprüfte Tipps gegen den üblichen Gewichtszuwachs an den Feiertagen. mehr »

Psychotherapeuten wehren sich gegen gestufte Versorgung

Als „Diskriminierung psychisch kranker Menschen“ kritisieren die Psychotherapeuten die von der Koalition geplante Vorstufe zur Behandlerwahl für eine Psychotherapie. mehr »

Prostatakrebs immer früher entdeckt

Im Vergleich zu den 1990er Jahren wird das Prostatakarzinom bei Männern unter 50 Jahren heute bereits in früheren Stadien diagnostiziert. Darauf deuten Studienergebnisse hin. mehr »