Ärzte Zeitung online, 07.08.2017

Internet der Dinge

Fitnesstracker – Einfallstor für Cyberkriminelle

Wearables weisen auf lange Sicht große Sicherheitslücken auf, warnt eine neue Cyber-Analyse.

Fitnesstracker – Einfallstor für Cyberkriminelle

Fitnesstracker: Praktisch, aber auch ein Sicherheitsrisiko?

© Maridav / stock.adobe.com

KÖLN. Fitnesstracker und andere Wearables werden zunehmend genutzt. Sie zählen zu den smarten, mit dem Internet vernetzten Geräten. Die Entwicklung birgt neue und zusätzliche Risiken, warnt der TÜV Rheinland in seinem Report "Cyber Security Trends 2017", der der "Ärzte Zeitung" vorliegt.

"Wir werden uns intensiver damit beschäftigen müssen, welche Risiken in Bezug auf Privatsphäre, Sicherheit und Integrität seitens der Geräte drohen, die uns umgeben", so die Sicherheitsexperten des TÜV.

Denn bislang ungesicherte Lösungen aus dem Bereich des Internets der Dinge – IoT-Devices genannt –, vor allem Endverbrauchergeräte, werden laut Report zunehmend als Angriffsplattform und Einfallstor in Netzwerke und Infrastrukturen dienen.

Haushaltsgeräte am Netz

Unter IoT-Devices sind laut TÜV alle Geräte zu verstehen, die drahtlos an ein Netzwerk angeschlossen sind, Daten erfassen, speichern, verarbeiten und übertragen können.

Diese Lösungen seien eindeutig durch eine Internetadresse (URL) identifizierbar und über das Internet ansprechbar – aber bei mangelnder Sicherung auch zu kompromittieren. "Sie sind das schwächste Glied in der Kette und leicht für den Aufbau von Botnets zu missbrauchen", heißt es.

Das sei einerseits darauf zurückzuführen, das Cyber Security noch kein integraler Bestandteil der Produktentwicklung auf Herstellerseite sei, andererseits seien sich aber auch die Anwender der Wichtigkeit von Basis-Sicherheitsmaßnahmen, wie dem Ändern voreingestellter Hersteller-Passwörter, noch nicht bewusst – so hätten Angreifer leichtes Spiel.

Sicherheitskosten zu teuer?

Daran wird sich auch nicht viel ändern, so die Prognose. Denn die Sicherheit der IoT-Devices dürfte "schwierig zu erreichen sein, weil den vergleichsweise niedrigen Herstellungskosten der Geräte aufwändige Sicherheitsanforderungen gegenüberstehen".

Der TÜV rechnet aber auch mit weiteren Datenskandalen, die die Hersteller unter Zugzwang setzen – im Sinne des Verbraucherschutzes. (maw)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Der Albtraum vom Nicht-Schlafen

Schlaflosigkeit lässt sich kaum nachweisen. Forscher zeigen: Schlaflose Nächte finden oft nur im Traum statt. Das macht sie nicht weniger belastend, ermöglicht aber neue Therapien. mehr »

Vergessen Sie keine Labor-Kennnummer!

Mit der Laborreform haben sich Änderungen bei den Ausnahmekennnummern ergeben. Um nicht den Wirtschaftlichkeitsbonus zu gefährden, sollten Sie die neuen Regeln kennen - und insbesondere auf drei Punkte achten. mehr »

Ärzte wehren sich gegen Mehrarbeit für lau

Etwas mehr Geld für Hausbesuche, aber kaum mehr für die Ausweitung der Mindestsprechstunden - das bieten die Kassen an. Die Ärzte gehen auf die Barrikaden. mehr »