Ärzte Zeitung online, 26.03.2018

Pollenallergie

Kassen-App lässt Nutzer aufblühen

Pollenallergiker können mit einer spezialisierten App der TK im besseren Umgang mit der Krankheit geschult werden, so eine universitäre Studie.

HAMBURG. Der Markt rund um Gesundheits-Apps boomt. Allein in den beiden großen App-Stores können sich Nutzer heute schätzungsweise 220.000 gesundheitsbezogene Anwendungen herunterladen.

Jeder dritte Smartphone-Nutzer greift auf Gesundheits-Apps zu, um beispielsweise eigene Körperfunktionen zu überwachen oder auf Gesundheitsinformationen zuzugreifen. Für die wenigsten Apps gibt es jedoch bislang wissenschaftliche Untersuchungen über Nutzen und Effizienz, so die Techniker Krankenkasse (TK).

Um den Besonderheiten dieser Produkte gerecht zu werden, hat die TK bereits 2016 vom IGES-Institut eine eigene Risikoklassifizierung für digitale Versorgungsprodukte entwickeln lassen – zum Beispiel für ihre Pollenallergiker-App "Husteblume". Nun hat sie deren Nutzen für die User von der Uniklinik Freiburg in einer Studie mit 661 Teilnehmern überprüfen lassen.

Ergebnis: 56 Prozent der Nutzer fühlen sich besser über ihre Allergie informiert, jeder Dritte (34 Prozent) gibt an, dass er mit seiner Allergie besser umgehen kann, seit er die App benutzt und 27 Prozent berichten, dass sich ihre Lebensqualität durch die App verbessert hat. Bei jedem Elften habe sich sogar die Allergie insgesamt gebessert.

"Die Ergebnisse zeigen, dass die TK-Allergie-App eine wirksame Ergänzung zu den bewährten Allergiebehandlungen ist, zumal es sich bei den Nutzern überwiegend um Allergie-Erkrankte mit regelmäßiger Medikamenteneinnahme handelt", erläutert Professor Karl Christian Bergmann vom Allergie-Centrum-Charité in Berlin, mit dem die TK die App gemeinsam entwickelt hat.

Die Mehrheit der Studienteilnehmer habe die App während der Pollenflugsaison 2017 an mindestens drei bis vier Tagen (28 Prozent) beziehungsweise fünf oder mehr Tagen (46 Prozent) pro Woche genutzt – 40 Prozent sogar auch während einer nur schwachen Ausprägung ihrer allergischen Symptome. (maw)

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