Ärzte Zeitung, 23.06.2016
 

Nordrhein

Clearingstellen bieten schnelle Hilfe

Migranten mit ungeklärtem Versicherungsstatus soll der Zugang zur Regelversorgung ermöglicht werden.

KÖLN. In Köln und Duisburg haben die ersten zwei von insgesamt fünf Clearingstellen in Nordrhein-Westfalen die Arbeit aufgenommen, die sich um die Gesundheitsversorgung von Zuwanderern mit ungeklärtem Versicherungsstatus kümmern sollen.

Träger des Kölner Angebots sind das Gesundheitsamt, der Caritasverband und das Diakonische Werk. In Duisburg handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt der Stadt und der AWO Integrations gGmbH.

Krankenversicherung im Fokus

Die Clearingstellen sollen erproben, wie Menschen, die mit ungeklärtem Versicherungsstatus aus Südeuropa oder aus dem Nicht-EU-Ausland einreisen, schnell Zugang zur Regelversorgung erhalten können. Im Vordergrund stehen dabei die Absicherung über die Krankenversicherung oder die Klärung der sonstigen Kostenträgerschaft.

Die Clearingstellen sollen nicht nur den Zuwanderern Beratung und Unterstützung bieten, sondern auch Ärzte und andere Leistungserbringer entlasten. Für das Projekt stellt das Land für drei Jahre rund 2,5 Millionen Euro zur Verfügung. "Der Zugang zur Gesundheitsversorgung ist nicht nur ein Menschenrecht, sondern auch eine wesentliche Voraussetzung für eine gelingende Integration", sagt Landesgesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne).

Angebote in Köln und Düsseldorf

Die Angebote in Köln und Duisburg ergänzen nach ihren Angaben das bereits vorhandene gut vernetzte Beratungs- und Hilfesystem der beiden Städte und leisten einen Beitrag zur Vermeidung sozialer Ausgrenzung.

Schon im vergangenen Jahr hatte sich die Kammerversammlung der Ärztekammer Nordrhein dafür eingesetzt, eine Clearingstelle zu schaffen, die bei Menschen mit ungeklärtem Versicherungsschutz die Kostenübernahme gegebenenfalls über einen Hilfsfonds ermöglichen sollte. (iss)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Wie Grippeviren ihr Erbgut steuern

Forscher haben nachgewiesen, wie Gene von Influenza-A-Viren an- und abgeschaltet werden. Die Erkenntnisse sollen die Entwicklung neuer Therapien vorantreiben. mehr »

6000 Euro Strafe für Informationen über Abtreibung

Wegen unerlaubter Werbung für Schwangerschaftsabbrüche hat das Amtsgericht Gießen am Freitag eine ortsansässige Allgemeinärztin zu 6000 Euro Geldstrafe verurteilt. mehr »

Mehr Transparenz soll die Wogen der SPRINT-Studie glätten

Der Streit um die SPRINT-Studie hält an. Im Fokus steht die genutzte Methode der Praxisblutdruckmessung, um die sich Gerüchte rankten. Jetzt hat die SPRINT-Gruppe für mehr Transparenz gesorgt. mehr »