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Lebensphasen: Leitthema beim DGIM-Kongress

Der Internistenkongress, der dieses Jahr in Wiesbaden vom 30. April bis zum 3. Mai stattfindet, hat zum ersten Mal ein Leitthema. Es lautet: Lebensphasen.

Dr. Marlinde LehmannVon Dr. Marlinde Lehmann Veröffentlicht:

WIESBADEN. Über sämtlichen Themen des diesjährigen, des 117. Internistenkongresses, steht das Leitthema "Lebensphasen".

"Dies bedeutet, dass wir internistische Krankheitsbilder in ihrer Entstehung und Ausprägung nicht nur auf die Phase zwischen Adoleszenz und hohem Lebensalter begrenzt begreifen, sondern darüber hinaus auch zeigen wollen, dass neue Aspekte wie die Pränatalphase, der Übergang vom Adoleszenten- zum Erwachsenenalter ebenso wie die Probleme von betagten und hochbetagten Menschen und schließlich auch Palliativ- und Hospizmedizin für die Internisten von herausragender Bedeutung sind", begründet Kongresspräsident Professor Hendrik Lehnert aus Lübeck die Wahl des Leitthemas.

Für den Übergang vom Adoleszenten- zum Erwachsenenalter steht dabei der Begriff der "Transition". Unter Transition werde im engeren Sinn der "absichtsvolle, geplante Übergang von Adoleszenten oder jungen Erwachsenen mit einem chronischen medizinischen Problem von einer Kind-zentrierten zu einer Erwachsenen-zentrierten Gesundheitsbetreuung" verstanden.

Etwa 100.000 chronisch kranke Jugendliche werden jedes Jahr in Deutschland volljährig, etwa Jugendliche mit Diabetes, Mukoviszidose, kongenitalen Herzvitien oder Stoffwechselerkrankungen. Das optimale Modell der Transition müsse dabei für jedes Krankheitsbild individuell gefunden werden, so Lehnert und Professor Martin Reincke aus München in einem Editorial zu Beiträgen zur "Transition in der Inneren Medizin" (Der Internist 2009; 10: 1189).

Ein vorbildliches Beispiel ist für Lehnert und Reincke hier der Bereich der konnatalen Vitien. Eine interdisziplinäre Task Force aus Vertretern der Deutschen Gesellschaften für Kardiologie, Pädiatrische Kardiologie, Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie, der Arbeitsgemeinschaft Leitender Kardiologischer Krankenhausärzte, den Berufsverbänden der Niedergelassenen Kardiologen und Kinderkardiologen sowie Patientenvereinigungen habe Empfehlungen für die integrierte interdisziplinäre Versorgung von Erwachsenen mit angeborenen Herzfehlern, Empfehlungen zum Erwerb der Zusatz-Qualifikationen "Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern" und Leitlinien zur Betreuung von Erwachsenen mit angeborenen Herzfehlern erarbeitet.

Lehnert plädiert für mehr gemeinsame Übergangssprechstunden, so wie sie an wenigen Unikliniken bereits stattfinden. "Ideal wäre ein interdisziplinäres Transitionszentrum für bestimmte Krankheitsbilder, gemeinsam geleitet von Pädiatrie und Erwachsenenmedizin".

Bei der Transition gehe es nicht um einseitigen Wissenstransfer von der Pädiatrie in die Erwachsenenmedizin, betonen Lehnert und Reincke. Neue medizinische und sozialmedizinische Probleme nach dem Eintritt ins Erwachsenenalter könnten zum Beispiel Kinderwunsch bei Mukoviszidose sein.

Andere Beispiele seien die Verhinderung metabolischer Folgeerkrankungen bei Langzeit-Steroidtherapie bei adrenogenitalem Syndrom oder die Therapie wegen Diabetes mellitus bei zystischer Fibrose, die meistens erst im Erwachsenenalter auftritt. Enge Abstimmung setze auch das Thema der Vereinbarkeit der Krankheit mit Ausbildung und Beruf voraus.

Das Programm zum 117. Internistenkongress kann bis zum 15.02. angefordert werden: info@dgim.de, http://www.dgim2011.de, Ermäßigte Teilnehmergebühren gibt es bis zum 28.02.

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