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Kommentar

Rheuma-Früherkennung beim Frauenarzt?

Die vaginale Trockenheit ist ein in der Sjögren-Diagnostik oft vernachlässigtes Symptom. Hier können Gynäkologen wichtige Impulse setzen.

Dr. Bianca BachEin Kommentar von Dr. Bianca Bach Veröffentlicht:

Trockene Augen und ein trockener Mund sind wohlbekannte Symptome eines Morbus Sjögren. Die Scheu, danach zu fragen, ist gering, meist bringen die Patientinnen und Patienten eine okuläre Sicca ohnehin von selbst ins Gespräch. Was die vaginale Trockenheit angeht, herrscht oft gegenseitiges Schweigen. Dies ist entweder peinlich betreten, oder es liegt daran, dass schlicht das Bewusstsein fehlt, dass auch eine trockene Scheide ein häufiges Sjögren-Symptom ist.

Fragt man nämlich doch einmal nach – was bei Sjögren-Verdacht und erst recht bei etablierter Erkrankung eigentlich zu fordern ist – geben 60-70 Prozent der Sjögren-Patientinnen eine vaginale Sicca-Symptomatik an. Die kann sich, nebenbei bemerkt, auch durch Schmerzen beim Geschlechtsverkehr äußern. In der gynäkologischen Praxis dürfte die beiderseitige Hemmschwelle, solche Themen anzusprechen, sicher geringer sein. Frauenärztinnen und Frauenärzte, die den Morbus Sjögren mit auf dem Radar haben, können, wenn sie ihre Patientinnen mit Scheidentrockenheit – zumindest, wenn es sich um Frauen vor der Menopause handelt – gegebenenfalls zum Rheumatologen schicken, einen wichtigen Beitrag zur Früherkennung der Autoimmunerkrankung leisten. Auch bei bereits gesicherter Diagnose können sie Patientinnen mit diesem mitunter sehr beeinträchtigenden Symptom therapeutisch beistehen.

Eines muss aber klar sein: All das entbindet weder den Hausarzt noch die Rheumatologin davon, der trockenen Vaginalschleimhaut ihrerseits die nötige Aufmerksamkeit zu schenken. Und auch einmal gezielt danach zu fragen.

Schreiben Sie der Autorin: med@springer.com

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