Adipositas überholt Rauchen als Gesundheitsproblem

BOSTON (mut). Immer weniger Menschen rauchen - das erhöht die Lebenserwartung in der Bevölkerung. Zugleich werden die Menschen aber immer dicker - und das wiegt nach neuen US-Daten schwerer als der Rauchverzicht.

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Immer mehr Adipöse - das dämpft den Anstieg der Lebenserwartung.

Immer mehr Adipöse - das dämpft den Anstieg der Lebenserwartung.

© Foto:dpa

Die Lebenserwartung in der Bevölkerung wird voraussichtlich zwar auch in Zukunft weiter steigen, aber deutlich langsamer als in den vergangenen Jahrzehnten - hauptsächlich, weil die Menschen immer dicker werden. Darauf weisen Forscher aus Boston hin (NEJM 361, 2009, 2252). Sie hatten Daten von drei großen Populationsstudienüber 30 Jahre mit über 100 000 Teilnehmern analysiert. Rauchte in den USA in den 70er Jahren noch etwa ein Drittel der Bevölkerung, sank dieser Anteil bis zum Jahr 2005 auf etwa ein Fünftel. Im selben Zeitraum stieg der Durchschnitts-BMI von 25 auf über 28 - ähnliche Veränderungen werden zeitverzögert auch in Deutschland beobachtet. Sollte sich dieser Trend in den nächsten zehn Jahren fortsetzen, so ist bei 18-Jährigen im Jahr 2020 mit einer Lebenserwartung von im Schnitt 81 Jahren auszugehen, bliebe der Anteil von Rauchern und Adipösen hingegen auf dem Niveau wie in den 90er Jahren, wären es 81,7 Jahre.

Voraussichtlich, so die Autoren, werde also in den kommenden Jahren und Jahrzehnten der Nutzen durch sinkende Raucherzahlen auf die Gesundheit der Bevölkerung durch den steigenden Anteil Übergewichtiger mehr als aufgefressen.

Würden dagegen alle Menschen mit dem Rauchen aufhören und zu einem normalen Gewicht zurückkehren, wäre die Lebenserwartung um etwa 4,5 Jahre höher als im berechneten Szenario.

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