Ernährungsmedizin

Ältere Frauen verwerten Nahrung anders als Männer

Veröffentlicht:
Kraftsport hält bei älteren Frauen den Muskelschwund auf.

Kraftsport hält bei älteren Frauen den Muskelschwund auf.

© Foto:Klaro

NOTTINGHAM (ars). Frauen über 65 speichern nach dem Essen schlechter Eiweiß im Muskel als Männer. Um einem Muskelabbau entgegenzuwirken und damit Stürze zu verhindern, empfehlen die Forscher, die diesen Geschlechtsunterschied entdeckt haben, älteren Frauen Krafttraining und eine eiweißreiche Ernährung.

Im Alter reagieren Männer und Frauen auf die Zufuhr von Nahrung unterschiedlich, berichten die Wissenschaftler aus dem britischen Nottingham gemeinsam mit US-Kollegen (PLoS One). Nach Zufuhr eines flüssigen Proteindrinks bildeten nur die Muskeln der männlichen Probanden vermehrt Eiweiß, nicht aber die der weiblichen. Ältere Männer verwerten also die Nahrung ganz anders als ältere Frauen.

Bei älteren Frauen besteht aber insofern ein gewisser Ausgleich, als bei ihnen die basale Proteinsynthese - nach der Absorption von Nährstoffen - im Vergleich zu Männern um 30 Prozent höher ist. Zwischen jüngeren Männer und Frauen gibt es solche Unterschiede nicht. Als Ursache vermuten die Forscher die sinkenden Spiegel des Hormons Östrogen mit den Wechseljahren.

Frauen starten nach ihren Angaben sowieso mit schlechteren Ausgangsbedingungen ins Alter als Männer, weil ihr Körper bereits in jungen und mittleren Jahren aus weniger Muskeln und mehr Fett besteht. Zudem bauen ältere Frauen beim Krafttraining im Fitnessstudio weniger Muskeln auf.

Allgemein verlieren Menschen ab einem Alter von 50 Jahren jährlich bis zu 0,4 Prozent ihrer Muskelmasse. Dadurch werden sie zunehmend unbeweglicher und anfälliger für Stürze und Knochenbrüche. Als Gegenmaßnahme raten die Wissenschaftler daher gerade älteren Frauen, reichlich Eier, Fisch, Hühnchen und mageres Fleisch zu essen und zusätzlich täglich Krafttraining zu betreiben.

Für ihre Studie haben sie 13 Männer und 16 Frauen im Alter zwischen 65 und 80 Jahren untersucht. Um die Protein- und RNA-Synthese sowie Signalwege sichtbar zu machen, injizierten sie ihnen radioaktiv markierte Aminosäuren und entnahmen Gewebebiopsien.

Mehr zum Thema

Hinweise aus zwei Megastudien

Mit Erdbeeren und Orangensaft den kognitiven Abbau bremsen?

Empfehlungen zur Ernährung

Hypertonie: DASH-Diät statt Salz und Kalorien

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Derzeit haben rund 400 Ärztinnen und Ärzte in Bayern die Zusatzbezeichnung Homöopathie erlangt. Künftig ist dies nicht mehr möglich.

© Mediteraneo / stock.adobe.com

80. Bayerischer Ärztetag

Bayern streicht Homöopathie aus Weiterbildungsordnung

Nach erfolgreicher Sondierungswoche (v.l.n.r): Robert Habeck und Annalena Baerbock, Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz und FDP-Chef Christian Lindner am Freitag in Berlin.

© Kay Nietfeld/picture alliance

Update

Erfolgreiche Sondierung

Das plant die Ampelkoalition im Bereich Gesundheit