Direkt zum Inhaltsbereich

Ärzte fordern einheitlichen Impfplan

BERLIN (te). Vier Jahre vor dem definierten Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Masern-Erkrankungen bis zum Jahr 2010 in Europa zu eliminieren, gibt es in Deutschland noch über 2200 Masern-Patienten in einem Jahr. Aus diesem Grund hat das "Forum Impfen", ein Zusammenschluß aus Ärzten, Wissenschaftlern und Unternehmen, ein umfassendes Impfkonzept gefordert.

Veröffentlicht:

"Die bisherige Organisation ist unzureichend", sagte der Infektiologe und STIKO-Vorsitzende Heinz-Josef Schmitt von der Kinderklinik der Universität Mainz auf einer Veranstaltung in Berlin. Er forderte, daß in Deutschland neue Impfziele definiert werden, die dann auch flächendeckend umgesetzt werden müssen.

Nach Auskunft des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Berlin sind die föderalen Strukturen eine der größten Hürden für die standardisierte Versorgung. Zwar seien die Impfquoten in den westlichen Bundesländern gestiegen, sie lägen aber immer noch weit hinter den Impfquoten in den Bundesländern im Osten zurück. Speziell gegen Masern und Hepatitis B würde die Bevölkerung in Deutschland zu wenig geimpft. Dadurch sei die Gefährdung der Bürger etwa vor Gehirn- und Lungenentzündungen längst noch nicht gebannt.

"Masernerkrankungen sind keine harmlose Kinderkrankheit, sondern können tödlich enden", sagte Christiane Meyer vom RKI. Ihrer Ansicht nach würden Impfempfehlungen nicht richtig umgesetzt. Ausbruchsuntersuchungen zeigten, daß Erkrankte in der Regel keine oder allenfalls nur eine Impfung erhalten hatten.

Bei dem jüngsten Masernausbruch in Nordrhein-Westfalen im Frühjahr diesen Jahres waren 1720 Menschen erkrankt (wir berichteten). Acht Prozent von ihnen hatten später angegeben, ihr Hausarzt habe die Impfung nicht angeboten. Bei 27 Prozent soll der Hausarzt von der Impfung abgeraten haben.

Das "Forum Impfen" sprach sich außer einem einheitlichen Impfplan auch für eine flächendeckende Erfolgskontrolle aus. Bisher fehlten repräsentative Daten zur Durchimpfung in allen Altersgruppen.

Weitere Informationen zum Thema im Internet www.forum-impfen.de

Mehr zum Thema

Sie fragen – Experten antworten

Reiseimpfungen bei Kindern: Müssen Abstandsregeln eingehalten werden?

Keine Alternative verfügbar

Japanische Enzephalitis: Lieferengpass bei Impfstoff

Impfschutz erleichtern

In Thüringen jetzt Schutzimpfung im Gesundheitsamt möglich

Das könnte Sie auch interessieren
Woman with diabetes standing on top of the hill and looking at camera

© Getty Images

Impflücken bei Chronikern

Grippeimpfung bei Diabetes: Risiko für Folgen senken

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Die vergessene Reiseimpfung

© Milo Zanecchia | Getty Images

Impfen in der Praxis

Die vergessene Reiseimpfung

Anzeige | Viatris Germany GmbH
„Motivational Interviewing“ in der Impfberatung

© SrdjanPav | Getty Images

Impfkommunikation

„Motivational Interviewing“ in der Impfberatung

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Abb. 1: Verlauf des Rett-Syndroms

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Rett-Syndrom

Diagnose und Verlauf einer herausfordernden Erkrankung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Acadia Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Porträt: xxx

© Porträt: Alexander Sahi

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Testosteronmangel: Worauf es in der Hausarztpraxis ankommt

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Besins Healthcare Germany GmbH, Berlin
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Nichtinfektiösen Durchfall erkennen

Das sind die Warnzeichen für chronische Diarrhö

Lesetipps
Ärztin mit Patientem

© Alexander Raths / stock.adobe.com

Dermatologin Yael Adler gibt Tipps

Wie man Hypochondern in der Praxis am besten begegnet

Eine Ärztin spricht mit einer Patientin.

© Monkey Business / stock.adobe.com

Biopsychosozial vorgehen!

So unterstützen Sie Ihre Patienten bei funktionellen Körperbeschwerden

Die Ärzte Zeitung ist jetzt auch auf Instagram aktiv.

© prima91 / stock.adobe.com

Social Media

Folgen Sie der Ärzte Zeitung auf Instagram