Prostitution

Ärzte regen vorurteilsfreien Umgang an

Mediziner fürchten, dass sich Prostitution durch weitere Beschränkungen in die Illegalität verlagern könnte. Sie fordern einen vorurteilsfreien Umgang.

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BOCHUM. In der aktuellen Debatte um Prostitution warnen Mediziner vor Restriktionen für Sexarbeiterinnen und vor Strafverfolgung von Freiern.

"Alles, was gegen Liberalisierung im Bereich der Prostitution arbeitet, wird die Situation deutlich verschlechtern. Damit schicken sie die Leute in den Untergrund", sagte Professor Norbert H. Brockmeyer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für sexuell übertragbare Krankheiten (DSTIG) im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

Anlässlich einer Tagung "Sexarbeit und STI-Forschung" in Köln appellierte Brockmeyer für eine vorurteilsfreie und nicht stigmatisierende Beschäftigung mit der Sexualität und sexuell übertragbaren Infektionen. Brockmeyer ist Experte für Geschlechtskrankheiten an der Universitätshautklinik Bochum.

"Wenn wir von unserem Vorgehen bei der HIV-Infektion lernen wollen, dann sehen wir, dass alle Staaten, die versucht haben, über Zwangsmaßnahmen die HIV-Epidemiologie einzudämmen, dramatische Zuwächse an Infektionen hatten", sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für sexuell übertragbare Krankheiten.

Ähnliche Effekte seien wahrscheinlich, wenn Sexarbeiterinnen und Freier in Deutschland Strafen oder noch stärkere Stigmatisierungen zu befürchten hätten. (dpa)

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