Aromatasehemmer

Akupunktur hilft gegen Nebenwirkungen

Akupunktur lindert die Beschwerden von Brustkrebs-Patientinnen, die adjuvant mit Aromataseinhibitoren behandelt werden. Ob der Einstich der Nadeln in klassischer Manier oder nur zum Schein erfolgt, ist dabei offenbar unerheblich.

Veröffentlicht: 16.01.2014, 12:54 Uhr

BALTIMORE. Ein Team von Forschern zweier Krebszentren in Baltimore hat 47 Frauen für eine Studie gewonnen, die an Brustkrebs im Stadium 0 bis III erkrankt waren und adjuvant Aromatasehemmer einnahmen.

Ziel der Untersuchung war es herauszufinden, wie sich Akupunktur versus Scheinakupunktur auf die Symptome auswirkt, die unter dieser Medikation auftreten (Cancer 2013, online 10. Dezember 2013).

23 Probandinnen nahmen an acht wöchentlich angesetzten klassischen Akupunktursitzungen teil. 24 Probandinnen wurden mit zurückziehbaren Scheinnadeln behandelt, die zudem nicht an den klassischen Akupunkturpunkten gesetzt wurden.

In Woche 8 hatten sich die Beschwerden der Patientinnen im Verumarm gegenüber dem Ausgangsbefund statistisch signifikant gebessert. Die Werte auf einschlägigen Depressionsskalen waren gesunken und menopausale Symptome hatten sich abgeschwächt.

Hitzewallungen hatten im Median um 38 Prozent abgenommen, die Häufigkeit war von 13 auf 8 Wallungen pro Woche gesunken. Der Effekt war damit zwar schwächer ausgeprägt als unter diversen Antidepressiva aus der Gruppe der selektiven Serotonin- oder Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI bzw. SSNRI).

Scheinakupunktur beeinflusste auch die Häufigkeit von Hitzewallungen

Dafür traten keine unerwünschten Effekte wie Mundtrockenheit, Übelkeit, Benommenheit oder Verstopfung auf.

Allerdings beeinflusste auch die Scheinakupunktur die Häufigkeit von Hitzewallungen. Die Reduktion betrug im Median 48 Prozent (von 15,5 auf 8 pro Woche), obwohl die Nadeln eigentlich nicht stachen und die gewählten Punkte nicht jenen der reinen Lehre entsprachen.

Die Untersuchung ist indessen nicht gegen methodologische Einwände gefeit, wie auch die Autoren zugeben. "Eine Einschränkung betrifft die kleine Zahl von Teilnehmerinnen", schreiben sie.

"Sie reichte nicht aus, Unterschiede zwischen der echten und der Scheinakupunktur feststellen zu können." Möglicherweise sei auch das Scheinverfahren nicht so scheinbar gewesen wie gedacht und habe also eine aktive Intervention dargestellt. Ein wirklicher Placeboarm hätte damit gefehlt. (rb)

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