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Alkohol-Injektionen - eine Option bei autonomen Adenomen

WIESBADEN (hbr). Bei autonomen Adenomen der Schilddrüse ist die Therapie mit Alkohol-Injektionen in die Knoten eine Alternative zu Operation und Radiojod. Die Behandlung eignet sich aber nicht für alle Patienten.

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Bei der perkutanen Ethanol-Instillations-Therapie (PEIT) wird 96prozentiges Ethanol in die Adenomknoten gespritzt - bei sonographischer Kontrolle. Der Alkohol führt zu einer Nekrose und zum Funktionsverlust des Gewebes, der Knoten schrumpft.

PEIT ist nach mittlerweile 15 Jahren Erfahrung ein Routineverfahren in Zentren, die diese Methode anwenden. Die Methode kommt zum Beispiel bei über 20jährigen Patienten in Betracht, die wegen eines überaktiven autonomen Adenoms eine latente oder manifeste Schilddrüsen-Überfunktion haben.

Das gilt speziell für Patienten, die weder eine Operation noch eine Radiojod-Therapie wollen. Trotzdem sollten diese beiden Alternativen vor einer PEIT geprüft werden, so Professor Bernd Braun vom Klinikum am Steinberg in Reutlingen.

Oft kann ambulant behandelt werden. Richtig angewandt, wird bei PEIT nur der Knoten selbst zerstört. Die Wirkung stellt sich innerhalb weniger Tage ein, und der Erfolg - Erreichen der Euthyreose - ist gut. Die Erfolgsrate betrug in einer italienischen Untersuchung 75 Prozent. Mit Thyreostatika, Operation und Radiojod wurden 71 bis 88 Prozent erreicht.

Rezidive und Hypothyreosen traten mit PEIT nicht auf. Ähnlich fiel die Auswertung der Daten von 1328 Teilnehmern aus mehreren Studien aus: Bei 74 Prozent der Patienten mit manifester Überfunktion normalisierte sich der TSH.

Günstig für PEIT ist, wenn es höchstens zwei Adenome mit weniger als 30 ml Volumen gibt, sagte Braun bei dem von Merck Pharma unterstützten Wiesbadener Schilddrüsen-Symposium. Das Adenom muß außerdem eindeutig sonographisch darstellbar sein.

Am besten ist eine zentrale Lage mit Abstand zu Strukturen wie Arteria carotis oder Jugularvene. Bei Patienten mit vielen Knoten sei die Therapie nicht geeignet, so Braun: "Es gibt schlafende Adenome, die aktiv werden können, wenn das aktive Adenom zerstört worden ist." Das Rezidivrisiko bei diesen Patienten ist dann zu hoch.

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