Kommentar

Alle Schwangeren brauchen Zuckertest

Von Wolfgang GeisselWolfgang Geissel Veröffentlicht:

Gestationsdiabetes ist eine der häufigsten Komplikationen in der Schwangerschaft und nimmt weltweit zu. Nach Schätzungen erkrankt in Deutschland fast jede 30. Schwangere daran. Viele Betroffene werden nicht erkannt, was vor allem für ungeborene Kinder fatale Folgen hat. So lassen sich nach Angaben der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) 28 Prozent der pränatalen Todesfälle auf Schwangerschaftsdiabetes zurückführen. Werden betroffene Frauen nicht oder nur unzureichend behandelt, dann haben ihre Kinder zudem ein hohes Risiko, später selbst Diabetes zu bekommen. Und 40 Prozent der betroffenen Mütter entwickeln binnen zehn Jahren einen Typ-2-Diabetes.

Der derzeit als GKV-Leistung angebotene Urinzuckertest in der Mutterschaftsvorsorge ist überholt, denn damit werden 90 Prozent der Fälle eines Gestationsdiabetes übersehen, sagt die DDG. Der viel empfindlichere orale Glukosetoleranztest wird aber bisher von der GKV nur Schwangeren mit Risikofaktoren bezahlt. Die DDG fordert schon seit Jahren, allen Schwangeren diesen Test anzubieten. Denn nur eine Früherkennung und eine angemessene Therapie können helfen, den akuten und langfristigen Folgen von Gestationsdiabetes vorzubeugen.

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