Direkt zum Inhaltsbereich

Kommentar – Praxisstudie

Ambulante Blutdruckmessung mit systematischem Fehler?

Dr. Marlinde LehmannVon Dr. Marlinde Lehmann Veröffentlicht:

Eine Studie in deutschen Allgemeinpraxen macht einmal wieder deutlich: Versorgungsforschung ist wichtig! Nach Analyse von Daten zur ambulanten 24-Stunden-Blutdruckmessung (ABM) wollen die Studienautoren nämlich einen systematischen Fehler bei der ABM nicht ausschließen. Ihre Hypothese: Am Tag der ABM verhalten sich die Patienten nicht wie gewohnt, sie arbeiten weniger, sind weniger aktiv. Als Folge könnten systematisch falsch zu niedrige Blutdrucke gemessen werden.

Egal, ob die Ursache eines solchen schonenden Verhaltens die gute Absicht der Patienten wäre, technisch fehlerfreie Daten zu liefern, oder ob vielleicht die Messungen einfach im Alltag stören und behindern und deshalb Aktivitäten runtergeschraubt werden – die Konsequenz bleibt die gleiche!

Heißt: Patienten müssen aufgeklärt werden, dass die ABM unter typischen Alltagsbelastungen ablaufen muss, um aussagekräftige Ergebnisse zu bekommen. Und: Sie sollten in einem Begleitprotokoll außer Tätigkeiten auch Medikamenteneinnahme oder etwa Stresssituationen dokumentieren. Möglichst lückenlos, versteht sich. Patienten auf die Wichtigkeit sorgfältig ausgefüllter Begleitprotokolle hinzuweisen bringt – auch der Versorgungsforschung – mehr, als aus Frust wegen lückenhafter Notizen auf Begleitprotokolle ganz zu verzichten.

Lesen Sie dazu auch: Aussagekräftige Werte?: Was Patienten während der 24-Stunden-Blutdruckmessung tun

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Sonderbericht

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim

Früherkennung von Bluthochdruck

Hypertonie: Wenn die Smartwatch in falscher Sicherheit wiegt

Das könnte Sie auch interessieren
Jugendliche die schon früh, ohne Eltern in die Sprechstunde kommen, werden selbstständiger.

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Wie gelingt der Übergang vom Pädiater in die Erwachsenenmedizin?

Frauen erhalten eine andere und meist schlechtere Behandlung als Männer. Sie sind häufiger vom Medical Gaslighting betroffen, insbesondere in der Kardiologie.

© NPS Studio / stock.adobe.com

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Abb. 1: Signalkaskade der kardiovaskulären Inflammation

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [9]

Sekundärprophylaxe nach Herzinfarkt

Therapie der kardiovaskulären Inflammation senkt das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APONTIS PHARMA Deutschland GmbH & Co. KG
Abb. 1-- Zeit bis zum ersten Ereignis (Tod durch jegliche Ursache oder kardiovaskuläres Ereignisb) in der Gesamtpopulation (a) bzw. in der Monotherapie-Population (b).

© Springer Medizin Verlag

Mit Vutrisiran früh kausal behandeln

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alnylam Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Warnzeichen früh erkennen

Immundefekte: Das ist die Basisdiagnostik für die Praxis

Gastbeitrag

Keine Versorgungsgerechtigkeit bei stationärer Diabetes-Behandlung

Porträt

Wie ein Hausarzt mit seinem„Medmobil“ Obdachlose versorgt

Lesetipps