Antidiabetikum bessert Prognose nach Stent-Op

DRESDEN (gvg). Der Insulinsensitizer Pioglitazon kann bei diabetischen Gefäßpatienten schwere kardiovaskuläre Ereignisse verhindern. Die Substanz bessert aber auch das Behandlungsergebnis nach Stent-implantationen.

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Darauf hat der Kardiologe Professor Dietrich Gulba aus Düren auf der Herbsttagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Dresden hingewiesen. Eine Behandlung, die die Insulinsensitivität erhöhe, führe zu weniger Restenosen im Stent, und zwar auch dann, wenn die Patienten noch keinen manifesten Diabetes haben.

Gulba berichtete über eine randomisierte Studie bei Patienten mit KHK, aber ohne Diabetes mellitus, die sich wegen KHK-Beschwerden einer elektiven Stentimplantation unterzogen. Die Patienten wurden nach dem Eingriff zusätzlich zur Standardmedikation entweder mit 30 mg Pioglitazon (Actos®) oder mit Placebo behandelt.

    Durchmesser der Restenosen ist verringert.
   

Nach sechs Monaten wurde bei einer Kontroll-Koronarangiographie ein intravaskulärer Ultraschall angefertigt, um den Durchmesser einer eventuellen Restenose präzise bestimmen zu können.

Vor der Intervention gab es in beiden Gruppen eine weitgehend deckungsgleiche Verteilung von 50- bis 100prozentigen Stenosen, die jeweils durch einen Stent beseitigt wurden. Nach sechs Monaten allerdings wichen die beiden Gruppen deutlich voneinander ab, wie Gulba auf der von Takeda unterstützten Veranstaltung sagte.

So nahmen die ausgemessenen Restenosen in der Placebo-Gruppe im Mittel 37 Prozent des Gefäßdurchmessers ein, in der Pioglitazon-Gruppe waren es nur 22 Prozent. Der Unterschied war statistisch signifikant (p=0,01). "Insgesamt konnte die Rate klinisch relevanter Restenosen durch die Behandlung mit dem Glitazon halbiert werden", so Gulba.

Das Ergebnis ist für ihn ein weiterer Beleg für den engen Zusammenhang zwischen Gefäßleiden und Zuckerstoffwechsel. Die Insulinresistenz, die durch eine Behandlung mit Insulinsensitizern wie Pioglitazon reduziert werden kann, sei wahrscheinlich das verbindende Glied zwischen beiden Erkrankungen.

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