Übergewicht, Diabetes & Co.

WHO: Süße Getränke und Wein sind zu billig

Viele Länder erheben keine Verbrauchssteuern auf bestimmte süße Getränke oder Wein. Die WHO sieht darin ein Problem für die Gesundheit – und fordert strengere Maßnahmen.

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Süßes aus der bunten Flasche – nicht immer gut für die Gesundheit (Symbolbild).

Süßes aus der bunten Flasche – nicht immer gut für die Gesundheit (Symbolbild).

© miss irine / stock.adobe.com

Genf/Berlin. Bestimmte alkoholische sowie süße Getränke sind nach Überzeugung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in vielen Ländern zu billig. Das habe ernste Konsequenzen für Kinder und junge Erwachsene. Es führe etwa zu Übergewicht, Diabetes und Herzerkrankungen, schreibt sie.

Ihre Empfehlung: Steuern auf solche Getränke erheben oder – falls schon vorhanden – erhöhen. Dadurch würden sie teurer und in der Folge weniger konsumiert, zudem sei auch noch mehr Geld für das Gesundheitswesen da.

Zwar besteuern 116 Länder nach einer WHO-Zählung inzwischen Limonaden und andere Softdrinks. Aber viele andere Getränke mit hohem Zuckergehalt blieben außen vor, etwa 100-prozentige Fruchtsäfte, Getränke mit gesüßter Milch, Fertigkaffees oder Fertigtees, so die WHO. Sie moniert auch, dass mindestens 25 Länder überwiegend in Europa keine Verbrauchssteuer für Wein haben.

Marburger Bund sieht Nachbesserungsbedarf

Dazu gehört Deutschland. Anders als Wein unterliegen hierzulande etwa Obstler, Weinbrand, Wodka, Whisky oder Korn einer Alkoholsteuer und Bier einer Biersteuer. Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund fordert immer wieder höhere Steuern auf gesundheitsschädigende Genussmittel wie Alkohol, Nikotin und Zucker, um die Bevölkerungsgesundheit zu verbessern.

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Zuletzt hatte sich auch der Präsident der Bundesärztekammer, Dr. Klaus Reinhardt, für zweckgebundene Abgaben auf Alkohol, Tabak und Zucker ausgesprochen. Die Einnahmen könnten dann gezielt dem Gesundheitswesen zugutekommen – etwa für mehr Prävention, so Reinhardt bei der Neujahrs-Pressekonferenz der Kammer.

BÄK-Chef Reinhardt: Es braucht politischen Mut

Reinhardt verwies auf Großbritannien. Dort seien mittels Zuckersteuer zuckerhaltige Getränke teurer geworden. Hohe Inzidenzen etwa bei Diabetes ließen sich auf diese Weise senken. Nötig sei allerdings ein gewisser politischer Mut, um die Maßnahme umzusetzen. Schnell werde der Vorwurf laut, es gehe um Verbote und Bevormundung.

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Die Regierungskoalition lehnt eine Zuckersteuer ab. Sie will Schulkinder lieber nur aufklären, wie schädlich sehr süße Produkte sind.

Alkoholkonsum könne zu Gewalt, Verletzungen und Krankheiten führen, sagte der zuständige WHO-Direktor Etienne Krug. „Während die Industrie davon profitiert, trägt die Öffentlichkeit oft die gesundheitlichen Folgen und die Gesellschaft die wirtschaftlichen Kosten.“ (dpa/hom)

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