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Antikörper im Fokus neuartiger Therapien

MÜNCHEN (wst). Was Indikationen und Umsatzzahlen betrifft, verzeichnen therapeutische monoklonale Antikörper (Mabs) die stärksten Zuwachsraten unter allen medizinischen Innovationen.

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Mit Robert-Koch-Award (v.l.): Dr. Wolfgang Dietrich (Roche Pharma), Professor Thomas Unger (Jury-Vorsitzender) und Professor Klaus Strein (Leiter der Pharmaforschung und -entwicklung Roche, Penzberg).

Mit Robert-Koch-Award (v.l.): Dr. Wolfgang Dietrich (Roche Pharma), Professor Thomas Unger (Jury-Vorsitzender) und Professor Klaus Strein (Leiter der Pharmaforschung und -entwicklung Roche, Penzberg).

© Foto: Roche Pharma

Gegenwärtig sind etwa 20 therapeutische Mabs auf dem Markt. Die medizinische Forschung sucht ebenso fieberhaft wie erfolgreich nach neuen Zielen für neue Antikörper sowie nach verbesserten Antikörpern für bekannte Ziele.

Wie Professor Klaus Strein von Roche Pharma aus Penzberg auf einer Pressekonferenz zur Verleihung des diesjährigen Robert-Koch-Awards für Trastuzumab (Herceptin®) ausführte, wird bislang vor allem in der Onkologie sowie in der Behandlung von Patienten mit rheumatologischen oder anderen autoimmunologisch-entzündlichen Erkrankungen zunehmend auf Mabs gesetzt.

Inzwischen sind jedoch auch schon andere medizinische Bereiche ins Visier der Mab-Forscher geraten. So befasst sich sein Unternehmen in einer Phase-I-Studie und ein Konkurrenzunternehmen bereits in einer Phase-II-Studie mit Mabs, die gegen Amyloid-Beta-Peptide gerichtet sind, welche die für Morbus Alzheimer als bedeutsam erachteten Amyloid-Plaques im ZNS bilden. Amyloid-Beta-Peptide, die durch die Mabs markiert werden, werden von Makrophagen erkannt und zerstört, womit der Plaque-Bildung entgegen gewirkt werden könnte.

Wie Strein berichtete, gibt es Hinweise aus einer Pilotuntersuchung, dass bei bestimmten Alzheimer-Patienten infolge dieser neuen Therapie tatsächlich Gedächtnisleistungsverbesserungen zu beobachten sind.

Um die Anwendung von Mabs in der Medizin auszuweiten, verfolge die Forschung im Wesentlichen zwei Strategien, so Strein. Zum einen wird nach neuen krankheitsrelevanten Zielstrukturen gesucht, um dagegen wirksame neue Mabs zu konstruieren. Eine Innovation in diesem Sinne ist etwa ein Antikörper, der gegen den auf verschiedenen Tumoren übermäßig exprimierten Insulin-like Growth Faktor-1-Rezeptor (IGF-1-Rezeptor) gerichtet ist. In Phase-I-Studien wurde bei Sarkomen eine Wachstumshemmung durch den Antikörper gefunden.

Zum anderen wird versucht, bereits verfügbare Antikörper gegen bekannte Targets zu optimieren. Durch Modifikationen an der Zuckerkette von Antikörpern kann etwa die Affinität zum Tumorrezeptor oder zu Effektorzellen der körpereigenen Abwehr vervielfacht und damit die therapeutische Wirkung gesteigert werden.

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