Dänische Studie

Aortenklappenstenose häufiger bei Psoriasis

Patienten mit Psoriasis entwickeln häufiger eine Aortenstenose als Menschen ohne die Hauterkrankung.

Veröffentlicht:

KOPENHAGEN. Kardiologen der Universität Kopenhagen haben die Krankheitsregister des Landes genutzt, um das Risiko einer Aortenstenose bei Patienten mit Psoriasis oder Psoriasisarthritis zu ermitteln. Ausgewertet wurden Daten der kompletten dänischen Bevölkerung der Jahre 1997 bis 2011 (Eur Heart J. 2015; 8. Juni).

In dieser Zeit traten bei gut 5 Millionen Dänen gut 49.000 Aortenstenosen neu auf. Gleichzeitig wurden 58.747 Patienten mit milder und 11.918 Patienten mit schwerer Psoriasis neu diagnostiziert, was in erster Linie an der Verordnung topischer Vitamin-D-Präparate festgemacht wurde.

Von schwerer Psoriasis wurde ausgegangen, wenn Patienten mit der Erstdiagnose Psoriasis oder Psoriasisarthritis in eine Klinik oder in einer Fachambulanz überwiesen wurden.

Nachdem alle Datensätze über Bevölkerungsregister miteinander verknüpft wurden, zeigte sich, dass die Inzidenzrate für eine Aortenstenose in der Referenzbevölkerung 8,09 pro 10.000 Personenjahre betrug. Bei milder Psoriasis waren es 16,07 und bei schwerer Psoriasis 20,8.

Schweregrad der Psoriasis spielt eine Rolle

Ganz so groß blieben die Unterschiede nach Adjustierung für Alter, Geschlecht, Kalenderjahr, Komorbiditäten aller Art, Begleitmedikation und soziökonomischem Status zwar nicht mehr.

Aber am Ende gab es immer noch einen statistisch signifikanten Zusammenhang mit einer 22-prozentigen Risikoerhöhung (RR 1,22) für die Entwicklung einer Aortenstenose bei milder Psoriasis und einer 61-prozentigen Risikoerhöhung (RR 1,61) bei schwerer Psoriasis.

Für eine mögliche kausale Verknüpfung zwischen Psoriasis und Aortenstenose werden zwei Ansatzpunkte diskutiert: Atherosklerose und generalisierte Entzündung. Schwere Psoriasis, besonders die Psoriasisarthritis gelten als Risikofaktoren für einen früheren Beginn der Atherosklerose.

So empfiehlt die Europäische Rheumaliga (EULAR) jetzt ein kardiovaskuläres Risikoscreening außer bei rheumatoider Arthritis jetzt auch bei Psoriasisarthritis. Wenn die Aortenstenose als Manifestationsform der Atherosklerose betrachtet wird, wäre der Zusammenhang plausibel.

Aber auch unabhängig von der Atherosklerose-Entwicklung sei eine Begünstigung von Aortenstenosen durch die generalisierte Th1- und Th17-Zell-vermittelte Entzündung, die für Psoriasis typisch ist, denkbar. Ob spezifische immunologische Behandlungen bei Psoriasis die Häufigkeit kardiovaskulärer Erkrankungen inklusive Aortenstenose bei Psoriasis verringern, wird untersucht. (gvg)

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