Schlaganfall

Apoplexie-Patienten erhalten schneller Therapie

BERLIN (wma). Nach einem Schlaganfall steigen mit jeder Minute, die der Patient früher ins Krankenhaus kommt, die Heilungschancen. Die Verkürzung der Rettungskette ist daher ein wichtiges Anliegen der Deutschen Schlaganfallhilfe.

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Jedes Jahr erleiden etwa 200 000 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall. Sobald die ersten Symptome aufgetreten sind, beginne ein Wettlauf mit der Zeit, erinnerte Professor Karl M. Einhäupl aus Berlin bei einer Pressekonferenz der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe. Für die Lysetherapie - die eigentlich für etwa 20 Prozent der Schlaganfallpatienten infrage käme - bleibt nur ein enges Zeitfenster von drei bis maximal sechs Stunden. Dies sei der Hauptgrund, warum dieses Verfahren bei nur zwei bis drei Prozent der Schlaganfallpatienten verwendet werde, sagte der Neurologe.

Lyserate steigt von sechs auf zwölf Prozent.

Mit dem von der Deutschen Schlaganfallhilfe mitentwickelten Projekt "Stroke-Angel" wollte man vor allem am Schnittpunkt zwischen Rettungswagen und Akutkrankenhaus oder Stroke-Unit ansetzen. Hinter "Stroke-Angel" verbirgt sich ein kleiner tragbarer Computer (Personal Digital Assistant - PDA) mit einem speziellen Programm, das es dem Rettungsassistenten am Notfallort ermöglicht, wichtige Informationen zu dem Patienten einzugeben und diese dann per Funkverbindung an das Zielkrankenhaus zu übermitteln.

Spezielle Schlaganfall-Skalen helfen beim Stellen der Verdachtsdiagnose. Während der Rettungswagen das Krankenhaus ansteuert, können dort bereits alle notwendigen Vorbereitungen für Diagnostik und Therapie getroffen werden, sodass bei Ankunft des Patienten keine Zeit verloren geht, berichtete der wissenschaftliche Leiter des Projektes, Professor Bernd Griewing.

"In der zweijährigen Evaluationsphase in Bad Neustadt/Saale konnte die regionale Lyserate in Nordbayern von sechs auf zwölf Prozent verdoppelt und die Rettungszeit um 23 Minuten verkürzt werden", so der Notfallmediziner. Eine mindestens 15 Minuten schnellere Notfallversorgung bei Schlaganfall hat sich die Deutsche Schlaganfallhilfe zum Ziel gesetzt. Außer der Aufklärung der Bevölkerung über die Symptome könnte die bundesweite Umsetzung des Projektes "Stroke-Angel" einen wichtigen Beitrag dazu leisten.

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