Auch alte Sportler tolerieren einen Puls von 200/min

MANNHEIM (ner). Alte Menschen dürfen und sollen Sport treiben. Auffassungen vom biologisch bedingten linearen Abfall der körperlichen Leistungsreserven mit dem Alter sind wahrscheinlich eine Mär, hieß es beim Kardiologen-Kongreß in Mannheim.

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Der Sportwissenschaftler Professor Kuno Hottenrott aus Halle/Saale präsentierte mehrere Analysen und Einzelbeispiele, wonach selbst Menschen, die erst in der fünften oder sechsten Lebensdekade mit Ausdauersport beginnen, ihre körperliche Fitness deutlich steigern können.

Voraussetzung sei natürlich ein gesundes Herz. Die Faustregel, daß die maximale Herzfrequenz 220 minus Lebensalter betragen dürfe, treffe nicht zu, so Hottenrott mit Verweis auf eine Herzfrequenz-Analyse von 893 Läufern und 646 Triathleten zwischen 18 und 70 Jahren.

Dabei zeigte sich zwar im Trend ein allmählicher und linearer Abfall der maximalen Herzfrequenz mit dem Alter. Doch waren die individuellen Unterschiede, insbesondere bis zum 60. Lebensjahr, sehr groß. Auch von trainierten 60jährigen Personen würde eine Herzfrequenz von 200/min toleriert, sagte Hottenrott. Das Adaptionspotential sei also auch im Alter hoch. Und: Es gebe 70jährige, die den Marathon-Lauf in weniger als drei Stunden absolvierten.

In einer aktuellen Untersuchung zur Belastbarkeit von fünfzehn untrainierten, herzgesunden Personen im Durchschnittsalter von 58 Jahren konnten Hottenrott und seine Mitarbeiter nachweisen, daß sich die Leistungsfähigkeit mit adäquatem und individuell gestaltetem Training bereits innerhalb von drei Wochen deutlich verbessert.

So stieg die maximale Sauerstoffaufnahme-Kapazität von 21 auf 24 ml/kg pro Minute, die Leistung von 164 auf 185 Watt und die Herzfrequenzreserve (HFmax minus HF in Ruhe) von 77 auf 86 Schläge pro Minute.

Natürlich könnten kardiale und metabolische Höchstleistungen nicht ein Leben lang erbracht werden, warnte der Sportmediziner. Nach mehrjährigem Training im Bereich der kardialen Leistungsreserve träten zum Teil plötzlich Probleme wie Rhythmusstörungen oder Herzinsuffizienz auf.

Daher gelte es, mit altersangepaßten Trainingsmethoden Leistungsreserven zu erschließen, aber nicht maximal auszuschöpfen. Moderate Dauerläufe, Walking, Radfahren, Skilanglauf oder Schwimmen könnten das Risiko kardialer Erkrankungen deutlich reduzieren.

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