Ernährung

Auf Frühstück zu verzichten könnte Diabetes-Gefahr erhöhen

Wer das Frühststücken auslässt, erhöht damit womöglich das Risiko, an Diabetes zu erkranken. Eine Metaanalyse mit fast 100.000 Teilnehmern zeigt: Die Gefahr wächst mit den Tagen.

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Morgens auf dem Smartphone Mails checken und nur schnell einen Kaffee trinken, bevor es zur Arbeit geht: Wer so lebt, könnte sein Diabetes-Risiko erhöhen.

Morgens auf dem Smartphone Mails checken und nur schnell einen Kaffee trinken, bevor es zur Arbeit geht: Wer so lebt, könnte sein Diabetes-Risiko erhöhen.

© S.T.A.R.S / stock.adobe.com

DÜSSELDORF. Epidemiologische Studien haben gezeigt, dass der Verzicht auf ein Frühstück mit einem erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes verbunden ist. Allerdings wurde bislang nicht nachgewiesen, in welchem Zusammenhang dies mit Adipositas steht.

Adipositas ist bekanntlich ein bedeutender Risikofaktor für das Auftreten von Typ-2-Diabetes. Es konnte gezeigt werden, dass adipöse Menschen im Vergleich zu Normalgewichtigen häufiger auf das Frühstück verzichten, berichtet das Deutsche Diabetes-Zentrum. Darüber hinaus wird der Frühstücksverzicht mit einer Zunahme des Gewichts diskutiert.

Ein Forscherteam um Dr. Sabrina Schlesinger vom Deutschen Diabetes-Zentrum verglich Männer und Frauen in sechs Langzeitstudien unter Berücksichtigung des BMI (J Nutr 2018, online 9. November).

Dosis-Wirkungs-Beziehung

Die Ergebnisse der Studie haben eine Dosis-Wirkungs-Beziehung ergeben, das heißt, mit steigender Anzahl der Tage, an denen nicht gefrühstückt wurde, stieg das Diabetesrisiko an, berichtet das Zentrum in einer Mitteilung.

Das stärkste Risiko wurde für den Verzicht von Frühstück an 4-5 Tagen pro Woche beobachtet. Ab dem 5. Tag in Folge, an dem auf ein Frühstück verzichtet wurde, wurde kein weiterer Risikoanstieg ermittelt.

„Dieser Zusammenhang ist zum Teil auf den Einfluss des Übergewichts zurückzuführen. Selbst nach Berücksichtigung des BMI ging der Frühstücksverzicht mit einem erhöhten Diabetesrisiko einher“, wird Schlesinger in der Mitteilung zitiert.

In ihrer Meta-Analyse fasste das Team Daten von sechs verschiedenen internationalen Beobachtungsstudien zusammen. Insgesamt wurden Daten von 96.175 Teilnehmern, davon 4935, die im Studienverlauf an Typ-2-Diabetes erkrankten, ausgewertet.

Liegt es am (un)gesunden Lebensstil?

Eine Erklärung für den Zusammenhang zwischen Frühstücksverzicht und dem Risiko für Typ-2-Diabetes könnte ein gesunder Lebensstil per se sein.

Teilnehmer, die auf ihr Frühstück verzichten, könnten generell eine ungünstigere Ernährungsweise, beispielsweise durch den Konsum von kalorienhaltigen Snacks und Getränken, aufweisen. Auch sind sie möglicherweise weniger körperlich aktiv oder rauchen mehr.

Allerdings wurden diese Faktoren in der Auswertung berücksichtigt, sodass der beobachtete Zusammenhang durch andere Faktoren erklärbar sein könnte.

„Weitere Studien sind nötig, die neben der Aufklärung der Mechanismen, auch den Einfluss der Zusammensetzung des Frühstücks auf das Diabetesrisiko erforschen“, schlussfolgert Schlesinger.

„Grundsätzlich ist ein regelmäßiges und ausgewogenes Frühstück allen Menschen – mit und ohne Diabetes – zu empfehlen“, betont die Epidemiologin und Ernährungswissenschaftlerin. (eb)

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