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Autoabgase gefährden das Herz - für kurze Zeit

NEU-ISENBURG (MUC/eb). Feinstaub und Stickstoffdioxid aus Verkehrsabgasen steigern das Risiko, einen Herzinfarkt zu bekommen, während der ersten sechs Stunden nach der Exposition. Danach sinkt die Gefahr. Britische Forscher vermuten einen "Ernteeffekt".

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An den üblen Folgen der Luftverschmutzung für das kardiorespiratorische System ist nicht zu zweifeln.

An den üblen Folgen der Luftverschmutzung für das kardiorespiratorische System ist nicht zu zweifeln.

© Sergiy Serdyuk / fotolia.com

Epidemiologen der London School of Hygiene and Tropical Medicine hatten 79.288 Herzinfarkt-Diagnosen aus den Jahren 2003 bis 2006 mit der Schadstoffbelastung aus dem Straßenverkehr korreliert, der die Betroffenen vor dem Infarkt ausgesetzt waren (BMJ 2011; 343: d5531).

Dabei fiel auf, dass die Gefahr ein bis sechs Stunden nach der Exposition stieg. Pro 10 µg / m3 wurde das Infarktrisiko durch Feinstaub um 20 Prozent, durch NO2 um 10 Prozent erhöht.

Nach 72 Stunden kein Nettoüberschuss mehr festzustellen

Nach sechs Stunden sank die Infarktrate auf unterdurchschnittliche Werte - 72 Stunden später war kein Nettoüberschuss mehr festzustellen.

Das könnte auf einen "Ernteeffekt" hinweisen: Infarkte, die ohnehin eingetreten wären, hätten sich nach der Abgasexposition einfach einige Stunden früher ereignet.

Mögliche Erklärungen dafür sind eine systemisch-entzündliche Reaktion, eine erhöhte Herzfrequenz, eine Abnahme der Herzfrequenz-Variabilität, gesteigerte Blutviskosität oder Veränderungen beim Plasma-Fibrinogen oder auch ein erhöhter Blutdruck.

Ozon wohl ein indirekter Marker

Die kausale Verknüpfung einzelner Schadstoffe mit solchen Folgen außerhalb kontrollierter Laborbedingungen sei aber nicht statthaft, meinen die Autoren.

Dies gilt speziell für einen weiteren Befund: Die erhöhte Belastung mit Ozon oder Kohlenmonoxid erwies sich sogar als kardioprotektiv -ein ursächlicher Zusammenhang ist aber den Autoren zufolge nicht plausibel.

Vielmehr sei zum Beispiel anzunehmen, dass etwa Ozon nur als indirekter Marker für infarktfördernde Stoffe wie Methylnitrite fungiert, mit denen es invers korreliert sei.

An üblen Folgen der Luftverschmutzung gibt es keinen Zweifel

An den üblen Folgen der Luftverschmutzung für das kardiorespiratorische System ist nicht zu zweifeln, wie die Epidemiologen betonen.

Wenn in dieser Studie kein Zusammenhang mit dem akuten Gesamtrisiko für Myokardinfarkte habe nachgewiesen werden können, bedeute das nur, dass die bekannten Effekte von Abgasen auf die Mortalität vermutlich durch andere, zum Beispiel nicht-thrombogene Mechanismen vermittelt würden.

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