Direkt zum Inhaltsbereich

Basalinsulin ist auch langfristig sicher

SAN FRANCISCO (ob). Ergebnisse der bislang längsten kontrollierten Studie mit einem Insulinanalogon bestätigen erneut das günstige Sicherheitsprofil des langwirksamen Basalinsulins Insulin glargin.

Veröffentlicht:

Wie der in dieser Studie vorgenommene Langzeitvergleich von Insulin glargin mit NPH-Insulin ergab, bestand im Einfluss auf die Progression der Retinopathie kein relevanter Unterschied zwischen beiden Insulinen. Der vor Jahren gegen Insulin glargin erhobene Verdacht, das Risiko für ein Fortschreiten der Retinopathie möglicherweise zu erhöhen, sei damit definitiv entkräftet worden, betonte Studienleiter Professor Julio Rosenstock aus Dallas beim Kongress der amerikanischen Diabetes-Gesellschaft (ADA) in San Francisco.

Insgesamt 1017 Typ-2-Diabetiker sind in der Studie fünf Jahre lang mit Insulin glargin (Lantus®, einmal täglich) oder NPH-Insulin (zweimal täglich) behandelt worden. Primärer Endpunkt war der Anteil der Patienten, bei denen im Beobachtungszeitraum per regelmäßiger Fundus-Fotografie und gemessen an validierten EDTRS*-Kriterien ein Fortschreiten der diabetischen Retinopathie nachweisbar war.

Zu Beginn der Studie lag der Anteil der Patienten mit Retinopathie in der Vorgeschichte in der Glargin-Gruppe etwas höher als in der NPH-Gruppe (15,6 versus 12,1 Prozent). Dennoch war nach fünf Jahren bei den mit Insulin glargin behandelten Diabetikern die Quote der Patienten mit objektivierter Retinopathie-Progression tendenziell niedriger als in der Vergleichsgruppe mit NPH-Therapie (12,5 versus 14,6 Prozent, Intention-to-treat-Analyse). Der beabsichtigte Nachweis der "Nicht-Unterlegenheit" von Insulin glargin konnte somit eindeutig erbracht werden.

Im Vergleich zu NPH-Insulin kam es bei Glargin-Behandlung seltener zu Hypoglykämien. Das gilt für symptomatische Hypoglykämien insgesamt (5,1 versus 7,1 Prozent) wie auch für symptomatische nächtliche Unterzuckerungen (1,7 versus 2,4 Prozent) ab dem drittem Studienmonat. Zudem war die Gewichtszunahme mit dem Insulinanalogon geringer als mit NPH-Insulin. So nahmen Patienten mit Insulin glargin im Mittel 3,7 kg zu, im Vergleich zu 4,8 kg unter Therapie mit NPH-Insulin.

*EDTRS steht für Early Diabetic Treatment Retinopathy Study Group

Im Vergleich zu NPH-Insulin

gab es seltener Hypoglykämien.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Doch kein Synergismus?

Trainingseffekte womöglich durch Metformin abgeschwächt

Innovationen der Diabetologie

Typ-1-Diabetes: Zwischen Heilung und Verhinderung

Das könnte Sie auch interessieren
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Studien CLIMB THAL-111 und -131: Veränderung des Gesamt-Hb-Werts und des HbF-Werts nach Exa-cel-Infusion bei TDT-Patientinnen und -Patienten (Quelle: Locatelli F et al., European Society for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) 2026, Madrid, Spanien, Abstract GS2-5)

© Springer Medizin Verlag

Neue Perspektiven bei Hämoglobinopathien

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vertex Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Abb. 1: WAYPOINT-Studie: schnelle und signifikante Reduktion des SNOT-22-Scores über 52 Wochen

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [6]

Schwere, unkontrollierte CRSwNP

Wirkansatz an epithelialen Alarminen

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Abb. 1: Signalkaskade der kardiovaskulären Inflammation

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [9]

Sekundärprophylaxe nach Herzinfarkt

Therapie der kardiovaskulären Inflammation senkt das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APONTIS PHARMA Deutschland GmbH & Co. KG
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Hormone, Schwangerschaft, Wechseljahre

Warum ein Diabetes Frauen anders trifft als Männer

Raumfahrtmediziner im Porträt

Jens Jordan – ein Arzt für Weltall und Erde

Lesetipps
Dreidimensionale gerenderte Darstellung der Anatomie des menschlichen Herzens.

© PIC4U / stock.adobe.com

Schutzmechanismus entdeckt?

Warum Krebs im Herzen selten vorkommt

Eine Frau hat einen kleinen Ventilator in der Hand.

© Marcus Brandt/dpa

Auf einen Blick

Unsere Beiträge zum Thema Hitze in der Übersicht