Behandlung wird über das Internet fortgesetzt

HEIDELBERG (mm). Per Internet können Rückenschmerzpatienten in Heidelberg den Kontakt zu ihrem Therapeuten in der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg aufrechterhalten. Das erfolgreiche Modell soll jetzt auch an anderen Kliniken erprobt werden.

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Bereits eine Woche nach ihrem Klinikaufenthalt nehmen die Patienten an einer moderierten Chatsitzung teil. Vor Betreten des Chatrooms müssen sie einen Fragebogen ausfüllen, der danach fragt, ob sie ihre guten Vorsätze in der letzten Woche in die Tat umgesetzt haben.

Dann erkundigt sich die Moderatorin nach dem Befinden und nach Problemen und erinnert daran, die gelernten Übungen auszuführen. An der Sitzung nehmen jeweils drei bis vier Patienten teil, wobei die Patienten mit ihren erfundenen Nicknamen anonym bleiben; nur die Therapeutin weiß, mit wem sie kommuniziert.

Eine Sitzung dauert etwa 90 Minuten. Im Anschluss gibt es für 30 Minuten die Möglichkeit, die Moderatorin anzurufen, um besondere Probleme am Telefon zu besprechen.

Das ungewöhnliche Nachsorgeprogramm "Brücke in den Alltag" habe sich in einer ersten Studie bislang als effektiv erwiesen und werde ab Februar 2008 in einer Multicenterstudie an fünf klinischen Schmerzzentren in Deutschland unter Federführung der Heidelberger Klinik untersucht, so Projektleiterin Dr. Eva Neubauer.

Die weiteren Studienorte sind hier außer Heidelberg das DRK Schmerzzentrum Mainz, die Fachklinik Enzensberg, die Amperkliniken in Dachau und das Klinikum in Neuperlach bei München. Teilnehmen können Patienten, die eine ein- bis dreiwöchige Behandlung in der Klinik absolviert haben.

Das Nachsorgeprogramm in Heidelberg ist ein gemeinsames Projekt der Orthopädischen Klinik Heidelberg und der Forschungsstelle für Psychotherapie am Psychosozialen Zentrum des Universitätsklinikums Heidelberg. Eine einjährige Studie wurde vom Sozialministerium Baden-Württemberg unterstützt.

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