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Bei Akne sind topische Retinoide erste Wahl

DRESDEN (grue). Patienten, die wegen ihrer Akne behandelt werden müssen, erhalten meist ein topisches Retinoid, das bei entzündlichen Hautveränderungen mit einem antibakteriell wirksamen Präparat kombiniert wird. Nach Abklingen der Beschwerden empfiehlt sich eine vorbeugende Behandlung mit einer retinoidhaltigen Creme.

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Darauf hat Dr. Anja Thielitz von der Universitätshautklinik Magdeburg beim Dermatologie-Kongreß in Dresden hingewiesen.

Topische Retinoide wie Adapalen (Differin®) wirken gegen Komedone und entzündliche Akneläsionen. Sie werden meist zusammen mit einem topischen Antibiotikum oder dem antimikrobiell wirksamen Benzoylperoxid (BPO) verordnet. "Patienten mit Papeln und Pusteln sprechen auf eine Kombinationstherapie besser an als auf jedwede Monotherapie", sagte Thielitz.

Bei leichter bis mittelschwerer Akne könne aber der antibakterielle Wirkstoff nach vier bis sechs Wochen weggelassen werden. "Der bis dahin erzielte Therapieerfolg läßt sich mit einem topischen Retinoid lange erhalten", sagte Thielitz bei einer Veranstaltung des Unternehmens Galderma.

Bei fortgesetzter Retinoid-Therapie entstehen weniger Mikrokomedone, die als Vorläufer neuer Akne-Läsionen gelten. Da Retinoide keine bakteriellen Resistenzen begünstigen, sei eine Langzeittherapie durchaus vertretbar, sagte die Dermatologin.

Daß die Strategie aufgeht, zeigt eine vergleichende Studie mit 49 Akne-Patienten unter Leitung der Magdeburger Klinik. Die Patienten bekamen acht Wochen lang eine Kombination aus Adapalen und BPO, dann folgte eine verblindete Erhaltungstherapie für zwölf Wochen. Dabei wurde Adapalen gegen eine wirkstofffreie Creme geprüft.

Wie Thielitz berichtete, hatten Patienten aus der Verum-Gruppe bei täglicher Anwendung von Adapalen signifikant weniger Mikrokomedonen als Patienten aus der Kontrollgruppe. "Akne ist zwar eine chronische Erkrankung, doch Rückfälle können durch eine kontinuierliche Erhaltungstherapie vermieden oder verzögert werden", so das Fazit der Hautärztin.

Dabei sei Adapalen auch bei Langzeitanwendung gut verträglich, wie weitere Studien mit Laufzeiten von bis zu sieben Monaten ergeben hätten.

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