Bei Brustkrebs ist Therapie mit Taxan der Sieger

ELTVILLE (ner). Bei Frauen mit metastasiertem Brustkrebs sind Taxan-haltige Chemotherapien Taxan-freien Behandlungsregimes signifikant überlegen. Dies hat sich jetzt in einer aktuellen Metaanalyse der Cochrane-Collaboration, einer internationalen Forschungsorganisation, bestätigt.

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In diese Analyse seien die Resultate aller bis Mai 2003 publizierten Studien zur Frage "Taxan-haltig oder nicht?" eingeflossen, berichtete Professor Volker Möbus, Frauenarzt an den Städtischen Kliniken Frankfurt am Main-Höchst, bei einer Veranstaltung des Unternehmens Aventis in Eltville.

Insgesamt waren es 20 Studien mit mehr als 3600 Patientinnen. Danach seien mit einer Taxan-haltigen Therapie eine höhere Ansprechrate auf die Behandlung, eine Verlängerung der progressionsfreien Zeit sowie ein signifikanter Überlebensvorteil zu erwarten.

Hinsichtlich der Lebensqualität gebe es jedoch keine signifikanten Unterschiede zwischen Taxan-haltigen und Taxan-freien Therapien, so Möbus weiter. Bei der Behandlung mit Taxanen würden vermehrt Haarausfall, Neutropenien und neurologische Störungen beobachtet, mit Taxan-freien Chemotherapien gebe es hingegen mehr Übelkeit und Erbrechen. Auch was therapiebedingte Todesfälle betreffe, gebe es keine Unterschiede zwischen den Therapien, sagte der Frankfurter Gynäkologe.

Nach den Ergebnissen einer Subanalyse der Daten ist Docetaxel (Taxotere®) hinsichtlich der Wirksamkeit Paclitaxel signifikant überlegen - ein Resultat, welches jetzt mit den Ergebnissen einer direkten Vergleichsstudie zwischen den Substanzen untermauert werden konnte.

Der Frankfurter Gynäkologe blickt optimistisch in die Zukunft: In den vergangenen 30 Jahren habe sich die mediane Überlebenszeit von Frauen mit metastasiertem Brustkrebs von 15 auf 51 Monate erhöht.

Weitere Infos im Internet unter www.cochrane.de

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