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Bei Krebsschmerzen sind oft gleich Opioide nötig

WIESBADEN (ner). Schmerztherapie bei Tumorpatienten nach dem WHO-Stufenschema bedeute nicht, daß man stets mit der ersten Stufe anfangen müsse, so die Onkologin Dr. Ilona Blau aus Berlin. Wichtig für den Erfolg seien vielmehr die enge interdisziplinäre Kooperation und eine ausreichende Basistherapie.

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Tumorschmerzen seien von sehr komplexer Natur, sagte Blau auf einer Veranstaltung von Grünenthal beim Internistenkongreß. Je nach Schmerzintensität, Schmerzlokalisation sowie neurologischer und vegetativer Begleitsymptomatik müsse gegebenenfalls bereits zu Beginn der Therapie mit Substanzen der zweiten oder dritten WHO-Stufe analgetisch eingegriffen werden.

Opioide in Form transdermaler Systeme stellten dafür eine bei Patienten gut akzeptierte Basistherapie dar, die sich auch über lange Zeiträume bewährt habe, hieß es. Blau schilderte den Fall einer 33jährigen Frau mit metastasiertem Nebennierenrindenkarzinom. Sie hatte aufgrund einer Osteolyse starke Schmerzen im linken Oberschenkel sowie einen therapieresistenten Leberkapselschmerz trotz hochdosierter Fentanyl-Therapie, welche mit Übelkeit und Benommenheit verbunden war.

Blau und ihre Kollegen entschieden sich im Januar 2003 für eine Opioid-Umstellung auf transdermales Buprenorphin (Transtec®), beginnend mit dem kleinsten Pflaster (35 µg/h). Nach drei Tagen wurde die Dosis auf das mittlere Pflaster (52 µg/h) angepaßt. Zusätzlich erhielt die Patientin initial Kortikosteroide, Paracetamol sowie zur Nebenwirkungsprophylaxe Macrogol-Pulver und Metoclopramid.

Innerhalb von drei Tagen gingen die Übelkeit und Benommenheit zurück. Bis jetzt, nach über einem Jahr, sei keine Dosiserhöhung des Buprenorphins notwendig gewesen bei guter Schmerzkontrolle, berichtete Blau. Für die Patientin sei wichtig, daß sie sich zumindest in der Wohnung wieder frei bewegen und mit dem Pflaster problemlos duschen könne.

Bislang sei keine Toleranzentwicklung unter Buprenorphin-Pflastertherapie beobachtet worden, hieß es bei der Veranstaltung. Weil die Elimination nicht-renal erfolge, sei das Medikament auch bei Niereninsuffizienz geeignet. Im Vergleich mit anderen Opioiden habe Buprenorphin auch ein gutes Verträglichkeitsprofil. So seien Sedierung und Halluzinationen seltener, Obstipationen träten unter Daueranwendung nur bei sechs Prozent der Behandelten auf.

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