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Bei Lungenkrebs im Frühstadium ist Chemotherapie nach Op von Vorteil

NEW ORLEANS (ner). Bei Lungenkrebs im Frühstadium sollte der Operation stets die adjuvante Chemotherapie folgen. Zweifel an diesem Vorgehen sind jetzt beim Jahreskongreß der American Society of Clinical Oncology (ASCO) in New Orleans im US-Staat Louisiana ausgeräumt worden.

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Zwei Multicenterstudien haben übereinstimmend ergeben, daß bei alleinigem chirurgischem Eingreifen nach vier bis fünf Jahren nur noch die Hälfte der Patienten am Leben ist. Wird zusätzlich eine adjuvante Chemotherapie vorgenommen, sind es bis zu 70 Prozent. In der ersten Studie war ein Teil der 344 Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom (NSCLC) im frühen Stadium (IB) nach der Operation mit Paclitaxel und Carboplatin behandelt worden, wie Studienleiter Dr. Gary M. Strauss vom Rhode Island Hospital in Providence in den USA berichtet hat. Nach vier Jahren lebten von ihnen noch 71 Prozent, jedoch nur 51 Prozent der Patienten, die lediglich operiert worden waren.

In einer weiteren Untersuchung des National Cancer Institute of Canada, die von Dr. Timothy L. Winton aus Edmonton in Kanada vorgestellt worden ist, waren 482 NSCLC-Patienten in den Stadien I und II postoperativ 16 Wochen lang mit der Kombination aus Cisplatin und Vinorelbin behandelt oder nur operiert worden. Die Fünfjahres-Überlebensrate betrug in der Chemotherapie-Gruppe 69 Prozent, bei alleiniger Operation 54 Prozent.

"Diese Studie unterstützt die Auffassung, daß bestehende Therapie-Standards für diese Patienten verändert werden müssen", sagte der kanadische Onkologe. Es sei bemerkenswert, daß die Patienten durch eine relativ kurze Chemotherapie-Phase erheblich länger leben.

Welches Chemotherapie-Regime optimalerweise angewandt werden sollte, wird künftig noch weiter untersucht werden. Strauss favorisiert gegenwärtig Carboplatin, da es besser verträglich sei als Cisplatin.

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