Bei Prostata-Ca gewinnt die Strahlentherapie an Bedeutung

KARLSRUHE (kat). Stahl oder Strahl bei Männern mit Prostata-Karzinom? Für viele Männer im Frühstadium der Erkrankung ist die Strahlentherapie inzwischen eine gleichwertige Alternative zur Operation, belegen Langzeitdaten, die jetzt auf dem Kongreß der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie in Karlsruhe vorgestellt wurden.

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Achtjahres-Daten hätten ergeben, daß die radikale Prostatektomie und die Strahlentherapie für Patienten im frühen Stadium eines Prostatakarzinoms eine ähnlich gute Prognose ergeben. Darauf hat der Strahlentherapeut Professor Thomas Wiegel vom Uniklinikum Ulm hingewiesen.

70 Prozent der Patienten könnten im Frühstadium durch eine alleinige Strahlentherapie erfolgreich behandelt werden. Wurde vor fünf Jahren noch bei 75 bis 85 Prozent der Männer im Krebs-Frühstadium die Prostata entfernt, so geschieht dies heute noch bei etwa zwei Dritteln, sagte Wiegel.

Bei den unerwünschten Wirkungen unterscheiden sich beide Therapieverfahren deutlich. Nach radikaler Prostatektomie bekommen viele Männer Potenzstörungen und Inkontinenz. Unter hochdosierter Strahlentherapie träten dagegen nur bei weniger als drei Prozent der Männer schwere, die Lebensqualität beeinträchtigende unerwünschte Wirkungen an Blase und Enddarm auf, so Wiegel.

      Steigt der PSA-Wert nach der Op wieder, kann die Radiotherapie Rezidive verzögern.
   

Neue Studien, die beim diesjährigen US-Krebskongreß ASCO vorgestellt wurden, belegen, daß Patienten auch in fortgeschrittenen Stadien von einer Strahlentherapie im Anschluß an die Operation profitieren. Die Studienautoren kamen zu dem Ergebnis, daß durch eine Strahlentherapie innerhalb von drei Monaten nach der Prostatektomie die Rate der tumorfreien Patienten nach vier Jahren um 20 Prozent höher war als bei Patienten, die erst nach einem erneuten PSA-Anstieg behandelt werden (80 Prozent versus 60 Prozent). Bei Patienten mit kapselüberschreitendem Prostatakrebs kann also eine postoperative Bestrahlung das Rezidivrisiko deutlich senken. Die Rate der schweren unerwünschten Wirkungen liege unter 1 zu 100, berichtete Wiegel.

Auch Patienten, bei denen nach radikaler Prostatektomie der PSA-Wert wieder steigt, profitieren von einer Strahlentherapie. Hier gilt, daß die Erfolge um so größer sind, je niedriger der PSA-Wert bei Beginn der Strahlentherapie ist. Erfolge sind vor allem zu erzielen, wenn der Wert nach der Op langsam steigt und nicht schnell. Ein schneller Anstieg deutet oft auf Bildung von Metastasen.

Wird bei Männern mit Prostata-Ca auf eine radikale Prostatektomie verzichtet, kann die konventionelle Strahlentherapie auch mit einer kurzfristigen Brachytherapie ergänzt werden. Dabei werden Stäbchen mit Radionukliden in die Prostata implantiert. Mit diesem Verfahren steigt die Rate für krankheitsfreies Überleben nach vier bis fünf Jahren im Schnitt von 75 auf 85 Prozent.

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