Bei Sarkoidose keine voreilige Behandlung!

MÜNCHEN (wst). Haben Patienten mit Sarkoidose keine schweren Symptome und fehlen Organkomplikationen, sollte mit therapeutischen Versuchen unbedingt gewartet werden. Denn selbst bei ausgeprägten röntgenologischen Thoraxbefunden heilt die Erkrankung nach Monaten bis Jahren in einem hohen Prozentsatz spontan aus.

Veröffentlicht:

Spontanremissionen bei Sarkoidose halten meist an. Dagegen sind etwa mit oralen Kortikosteroiden erzielte Remissionen durch häufige Rückfälle nach Absetzen der Medikation geprägt. Darauf hat Professor Marjolein Drent aus Maastrich in den Niederlanden beim Kongreß der European Respiratory Society in München hingewiesen. Man sollte deshalb nicht die Chance zur dauerhaften Spontanheilung durch eine voreilige Therapie vergeben.

Bei etwa zehn Prozent aller Sarkoidose-Patienten schreitet die systemische granulomatöse Erkrankung zu einer irreversiblen Lungenfibrose fort. Bislang gibt es keine Therapie, die dies aufhalten kann. Eine medikamentöse Therapie sollte nach Angaben von Drent immer erst bei stark belastenden Symptomen erwogen werden.

Das ist etwa bei einer Fatigue oder bei Komplikationen wie bei bedrohlichen Rhythmusstörungen, bei einer die Sehfähigkeit bedrohenden, aber oft lange unbemerkten Uveitis oder anhaltenden Hyperkalzämien der Fall.

Die nicht unumstrittene Therapie der Wahl ist die Anwendung oraler Kortikosteroide in Tagesdosen von 40 mg Prednison-Äquivalent. Alternativ oder zusätzlich werden etwa Methotrexat, Ciclosporin, Azathioprin, Hydrochloroquin und Pentoxifyllin genutzt.

Als vielversprechend nannte Drent Infliximab und andere innovative TNF-alpha-Blocker, mit denen sich Beschwerden oft deutlich lindern ließen. Infliximab sei, so Drent, auch die derzeit beste Option, um einer peripheren Neuropathie im Zusammenhang mit einer Sarkoidose effektiv zu begegnen.

Weitere Infos zu Sarkoidose unter der Adresse www.sarkoidose.de

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Röntgen-Thorax führte zur Diagnose

Kasuistik: Negativer D-Dimer-Test trotz akuter Lungenembolie

Das könnte Sie auch interessieren
Welche Rolle spielt Zink?

© Tondone | AdobeStock

Immunsystem unterstützen:

Welche Rolle spielt Zink?

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Impf- und Zinkstatus im Blick

© Wörwag Pharma | KI-generiert

Bei Risikogruppen:

Impf- und Zinkstatus im Blick

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Wann die Zinkversorgung knapp werden könnte

© artemidovna | AdobeStock

Ernährungsfallen:

Wann die Zinkversorgung knapp werden könnte

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Praxisfall im Podcast: Atemwegsinfekt

© Bionorica SE

Phytoneering-Akademie

Praxisfall im Podcast: Atemwegsinfekt

Anzeige | Bionorica SE
Antibiotika – Fluch und Segen

© Bionorica SE

Podcast

Antibiotika – Fluch und Segen

Anzeige | Bionorica SE
Brauchen wir noch Antibiotika?

© deepblue4you | iStock

Content Hub

Brauchen wir noch Antibiotika?

Anzeige | Bionorica SE
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Abb. 2: Infusionsschema der REGENCY-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Neue Therapieoption bei Lupus-Nephritis verfügbar

Obinutuzumab verbessert Nierenoutcomes bei Lupus-Nephritis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Kasuistik

Massiv erhöhter CA-19-9-Wert weckt falschen Krebsverdacht

Lesetipps
Ein Anwalt hält eine Gesetzessammlung in der Hand.

© Kzenon / stock.adobe.com

Prozesse werden teurer

Tipps: So können Praxen die Risiken für einen GOÄ-Streit minimieren

Eine Blutdruckmessung

© CasanoWa Stutio / stock.adobe.com

Fallstricke in der Praxis

Häufige Fehler in der Hypertonie-Therapie: So geht’s besser!

Ab wann darf ich jüngere Menschen auf Kasse gegen Herpes zoster impfen?

© Porträt: privat | Spritze: Fiedels / stock.adobe.com

Sie fragen – Experten antworten

Ab wann darf ich jüngere Menschen auf Kasse gegen Herpes zoster impfen?