Bei Schwangeren lohnt strenge Glukosekontrolle

JENA (hbr). Haben Frauen während der Schwangerschaft zu hohe Glukosewerte, ist bei den Kindern das Risiko für perinatale Komplikationen erhöht. Außerdem sind solche Kinder besonders gefährdet, frühzeitig Übergewicht oder einen gestörten Kohlenhydratstoffwechsel zu entwickeln. Eine gute Stoffwechseleinstellung bei Schwangeren hingegen kann solchen Folgen offenbar vorbeugen.

Veröffentlicht:

Das hat jetzt eine Studie von Dr. Wilgard Hunger-Dathe und ihren Kollegen von der Universitätsklinik Jena ergeben (Geburtsh Frauenheilk 65, 2005, 942). Die Wissenschaftler werteten die Daten von 182 Kindern und deren Müttern aus, die wegen eines Schwangerschaftsdiabetes in einer Klinik behandelt wurden.

Zuckerspiegel über 100 mg/dl galten als hyperglykämisch

Der Glukosestoffwechsel der betreffenden Frauen wurde während der Schwangerschaft streng eingestellt, das heißt mittlere Blutzuckerspiegel über 100 mg/dl galten bereits als hyperglykämisch. Sechs Jahre nach der Entbindung wurde die Häufigkeit von Übergewicht und Adipositas bei den Kindern ermittelt. Darüber hinaus wurde ein oraler Glukose-Toleranztest bei ihnen vorgenommen.

Das Ergebnis: Die Glukosewerte befanden sich bei allen Kindern im Alter von sechs Jahren im Normbereich. Das galt sowohl für die Nüchternblutzuckerwerte als auch für die Werte, die eine und zwei Stunden nach dem Trinken der Zuckerlösung gemessen wurden. Auch der HbA1c war bei den Kindern unauffällig, er betrug im Mittel 4,6 Prozent.

Außerdem: Übergewicht und Adipositas traten bei den Kindern statistisch gesehen nicht häufiger auf als in einer Vergleichsgruppe von Kindern nicht-diabetischer Mütter. Etwa 16 Prozent der Kinder hatten ein zu hohes Körpergewicht. Allerdings fiel auf, daß bei diesen Kindern nach der Geburt die Makrosomierate tendenziell höher war als bei den schlanken.

Und die Mütter der dicken Sprößlinge hatten sechs Jahre vorher signifikant höhere Nüchternglukosewerte, als ihr Gestationsdiabetes diagnostiziert wurde, und ihr HbA1c war höher. Die Diabetestherapie besserte die Stoffwechselwerte ebenso gut wie bei den Müttern normalgewichtiger Kinder.

Möglicherweise hatte die vorübergehende Hyperglykämie bis zur Diagnose des Gestationsdiabetes die Gewichtsentwicklung der Kinder beeinflußt. Auch die Ernährungsweise ist anscheinend bedeutsam. So bestand ein klarer Zusammenhang zwischen der Gewichtsentwicklung der Mütter nach der Schwangerschaft und der Gewichtsentwicklung der Kinder.

Mehr Infos zu Diabetes im Springer Lexikon Medizin, Essay der Professoren Eberhard Standl und Franz Rinninger, S. 481

Mehr zum Thema

S3-Leitlinie Mammakarzinom

Brustkrebs: So viel Sport ist empfehlenswert

Das könnte Sie auch interessieren
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Mittlere Veränderung des DAS28-CRP bis Woche 52 gegenüber Ausgangswert (primärer Wirksamkeitsendpunkt)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Anti-TNF-Therapie

Erstes Golimumab-Biosimilar erweitert Therapiespielräume bei RA, PsA, axSpA und pJIA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

S3-Leitlinie Mammakarzinom

Brustkrebs: So viel Sport ist empfehlenswert

Lesetipps
Zwar liegen die Hepatitiden D und E im Schatten der beiden Typen B und C, doch gerade immunsupprimierte Patienten und Patientinnen sollten darauf sensibilisiert werden.

© nobeastsofierce / stock.adobe.com

Virushepatitis

Hepatitis D und E: Wichtig oder nicht?