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Höhenkrankheit

Bei Symptomen sofort absteigen!

Veröffentlicht:

Höhenkrankheit: Bei Symptomen sofort absteigen!

Von Dr. Silke Engels und Privatdozent Tomas Jelinek

Extreme Bergtouren werden immer beliebter und damit wächst das Angebot entsprechender Reiseanbieter. Oft sind die Touren überladen: Ein Programm zur Besteigung des Kilimandscharo in nur fünf Tagen ist nicht sinnvoll. In Zusammenhang mit Gruppenzwang kann es so leicht zu medizinischen Notfällen kommen.

Bis zu einer Höhe von 2500 Metern ist bei gesunden Menschen im Allgemeinen eine rasche Adaptation möglich. Große Höhen bis zu 5300 Meter erfordern eine ausreichende Akklimatisierung.

Dazu ist es empfehlenswert, die Schlafhöhe pro Tag nicht mehr als 600 Meter zu steigern. Treten unterwegs Gesundheitsstörungen jeglicher Art auf, so sind diese immer zuerst als Höhenkrankheit zu deuten.

Entsprechend sind ein sofortiger Abstieg (mindestens 500 Meter) bis zum Verschwinden der Symptome und gegebenenfalls eine Therapie notwendig.

Bei Vorerkrankungen wie beispielsweise Anämien, peripheren Durchblutungsstörungen, pulmonalen Erkrankungen oder erhöhtem Thromboserisiko sollte die Bergtauglichkeit des Patienten vor dem Höhenaufenthalt überprüft werden.

Generell gilt: Jeder kann höhenkrank werden, auch wenn vorherige Höhenaufenthalte problemlos verkraftet wurden. Der Aufstieg sollte immer langsam erfolgen, damit der Körper sich an den verringerten Sauerstoff-Partialdruck der Luft anpassen kann.

Ansonsten drohen hypoxiebedingte Erkrankungen wie die Akute Höhenkrankheit, das Höhenhirn- und Höhenlungenödem. Die Akute Höhenkrankheit (Acute Mountain Sickness AMS) kann leicht, mittelschwer aber auch schwer verlaufen.

Es kommt, in verschieden starker Ausprägung, unter anderem zu Kopfschmerzen, Nausea und Antriebsschwäche. Hier eignet sich vor allem Ibuprofen zur Analgesie.

Hyperbare Therapie

Bei leichter AMS sollte kein weiterer Aufstieg erfolgen, ein Ruhetag ist ratsam. Wenn sich die Beschwerden nicht innerhalb von 24 Stunden bessern, muss abgestiegen werden. Gegen mittelschwere und schwere AMS kann mit Acetazolamid behandelt werden.

Der Abstieg beziehungsweise Abtransport ist bei mittelschwerer bis schwerer Form erforderlich. Eventuell ist eine Gabe von Sauerstoff und der Aufenthalt in einer Überdruckkammer notwendig.

Die Symptome des Höhenhirnödems (High Altitude Cerebral Edema - HACE) sind schwerste Kopfschmerzen, Ataxie, Emesis, psychische und neurologische Ausfälle und Bewusstlosigkeit bis hin zum Koma. Die Letalität liegt bei 40 Prozent.

Die Behandlung besteht aus dem Abtransport in tiefere Regionen, der Gabe von Sauerstoff und der Lagerung des Patienten in einer hyperbaren Kammer bzw. in einem Überdrucksack. Die initiale Therapie mit hoch dosiertem Dexamethason ist umstritten.

Ein Höhenlungenödem (High Altitude Pulmonary Edema - HAPE) äußert sich unter anderem in einem plötzlichen Leistungsabfall, Zyanose, Rasselgeräuschen und trockenem Husten. Hier beträgt die Letalität etwa 24 Prozent.

Zur Therapie eignet sich Nifedipin, optional sind zum Beispiel Acetazolamid oder Salmeterol. Ebenfalls angezeigt sind, wie beim HACE, der Transport in tiefere Regionen, die Sauerstoffgabe und die hyperbare Lagerung.

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