Direkt zum Inhaltsbereich

Beim Bergsteigen werden Neuralgien manchmal extrem stark und lähmend

VALENCIA (rom). Ein rasender, zahnbedingter Trigeminusschmerz beim Abstieg vom Monte Rosa (4634 m), ein lähmender Herpes-Zoster-Schmerz am rechten Brustkorb nach Besteigung des Gasherbrunn II (8035 m) - unter Erschöpfungszuständen, wie sie Bergsteiger erreichen, können Neuralgien extreme Formen annehmen. Mit einem Antiepileptikum lassen sich die anfallsartigen Schmerzen jedoch gut mindern.

Veröffentlicht:

Das ist die Erfahrung von Dr. Javier Botella de Maglia, der solche Beispiele als Expeditionsteilnehmer selbst miterlebt hat. Nach Erfahrungen des Intensivmediziners vom Hospital La Fe in Spanien wirken bei anfallsartigen Schmerzzuständen herkömmliche Analgetika wie nicht-steroidale Antirheumatika nicht ausreichend stark. Gute Erfahrungen hat Botella de Maglia dann mit Carbamazepin gemacht, das er in einer Dosis von 200 mg alle acht Stunden verabreicht.

Das Antiepileptikum wirkt über die Blockade spannungsabhängiger Natrium- und Kaliumkanäle der Zellmembran. Auf diese Weise wird direkt die Erregungsleitung in den Nervenzellen gehemmt. Die Fachliteratur bescheinige auch einigen anderen Antiepileptika eine Wirksamkeit bei paroxysmalem Schmerz, etwa Oxcarbazepin, Gabapentin und Lamotrigin, so Botella de Maglia. Allerdings lägen zur speziellen Anwendung bei Neuralgien von Bergsteigern keine Studien vor.

Bei der Anwendung von Carbamazepin sollte beachtet werden, daß es die Wirksamkeit etlicher anderer Medikamente abschwächen kann, erinnert der Intensivmediziner.

"Sofort die Behandlung unterbrechen sollte man bei jeglichem Verdacht auf eine Dermatitis", rät Botella de Maglia. In seltenen Fällen kann nämlich das Antiepileptikum das Lyell-Syndrom, auch toxisch epidermale Nekrolyse genannt, auslösen. Dabei löst sich die Epidermis ähnlich wie bei einer Verbrühung blasig vom Körper.

Mehr zum Thema

Muskuloskelettale Erkrankungen

Was bringt Kinesiotaping?

US-Analyse

Was Bewegung bei diesen sieben Krebsarten bringt

Kommentare
Sonderberichte zum Thema

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Abb. 1: Empagliflozin reduzierte auch bei niedriger Ausgangs-eGFR die Progression der chronischen Nierenkrankheit (Test für Heterogenität/Trend: a) 12=0,06, p=0.81; b) 12=6,31, p=0,012)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Chronische Nierenkrankheit

SGLT2-Inhibition: Nephroprotektiv auch bei stark erniedrigter eGFR

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Ko KG, Ingelheim am Rhein
Abb. 2: Sekundärer Endpunkt der BOREAS-Studie: Veränderung der Lungenfunktion unter Dupilumab versus Placebo

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Typ-2-Inflammation bei COPD

Bessere Lungenfunktion und mehr Lebensqualität durch IL-4/-13-Hemmung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Berlin, und Regeneron GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Insomnie

Wie sich schlechter Schlaf auf Schmerzen auswirkt

Lesetipps
Nahaufnahme einer männliche Hand, die die Tagesdosen an Vitaminen, Medikamenten, Tabletten und Nahrungsergänzungsmitteln in eine Tablettenbox füllt.

© eliosdnepr / stock.adobe.com

NAKO-Studie

Jeder Vierte erhält offenbar mindestens ein inadäquates Medikament im Alter