Beim Herausziehen müssen Zecken gelockert werden

Wie entfernt man eine Zecke am besten? Die Zecke muß direkt an der Haut, vor ihrem Körper, an ihren Mundwerkzeugen gepackt werden.

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Dazu benützt man am besten eine sehr feine Pinzette. Man kann sie auch mit spitzen Fingernägeln packen. Die Zeckenzangen, die im Handel sind, sind oft zu grob, meinen manche Spezialisten. Zeckennymphen, die Menschen auch befallen können, aber deutlich kleiner sind als adulte Zecken, werden damit meistens zerquetscht.

Genau das muß aber vermieden werden. Denn wird der Hinterleib der Zecke zerquetscht, kann mehr ihrer Körperflüssigkeit, die mit Erregern belastet sein kann, in die Wunde eintreten. Andere Spezialisten meinen allerdings, das sei unwahrscheinlich. Sicherheitshalber sollte man aber wohl doch versuchen, den Hinterleib der Zecke nicht zu quetschen.

Beim Herausziehen muß man die Zecke drehen oder leicht rütteln. Denn das Hypostom, der Saugrüssel, hat hornige Widerhaken, und die werden durch das Drehen gelockert. Wird nur an der Zecke gezogen, spreizen sich die Widerhaken und verhaken sich noch mehr. Ob man links- oder rechtsherum dreht, ist egal, "Zecken haben kein Gewinde", so Professor Jochen Süss von der Bundesforschungsanstalt für Viruskrankheiten der Tiere in Jena.

Bleibt nach dem Entfernen der Zecke ein Stück in der Haut, handelt es sich meist um das Hypostom. Das ist aber kein Grund zur Panik, denn das Hypostom ist ein fester Chitinzapfen, der keine Krankheitserreger enthält. Er eitert nach ein paar Tagen meist heraus. Manchmal hilft es auch schon, wenn der herausragende Kopfteil mechanisch abgerieben wird.

Auf keinen Fall sollten früher empfohlene Hausmittel angewendet werden, die die Zecken töten, wie Öl, Klebstoffe, Alkohol oder Nagellack. Denn im Todeskampf injizieren Zecken verstärkt Krankheitserreger. (ug)

Lesen Sie dazu auch: FSME breitet sich in Deutschland und Europa weiter aus

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