Beim Sex wird HCV nur sehr selten übertragen

NEU-ISENBURG (eis). Das Hepatitis-C-Virus (HCV) kann bekanntlich beim Geschlechtsverkehr übertragen werden. Die Übertragungsraten bei normalen Sexualpraktiken sind aber nahezu null, wie jetzt eine italienische Studie bestätigt hat. Infizierte mit festem Partner brauchen deshalb zur Infektions-Prävention nicht unbedingt Kondome benutzen, sagen HCV-Experten.

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In der Studie waren bei 895 heterosexuellen Paaren HCV-Übertragungen auf den nicht-infizierten Partner untersucht worden, wie Dr. Carmen Vandelli von der Universitätsklinik in Modena und ihre Kollegen berichten (Am J Gastroenterol 99, 2004, 855).

Nach eigenen Angaben benutzten die Paare beim Geschlechtsverkehr keine Kondome, vermieden aber Infektions-begünstigende Praktiken wie Analverkehr oder Verkehr während der Menstruation. 87 Prozent der Paare wurden über zehn Jahre untersucht. Bei den verbleibenden 13 Prozent war die Untersuchungszeit geringer, weil das Virus eliminiert (acht Prozent) oder die Beziehung beendet (fünf Prozent) wurden.

Drei HCV-Infektionen habe es in den 7760 Beobachtungsjahren der Studie gegeben, so Vandelli. Eine Feintypisierung der Erreger habe aber ergeben, daß sich die Betroffenen nicht bei ihrem Partner angesteckt haben können.

Das sexuelle Übertragungsrisiko für HCV bei monogamen heterosexuellen Paaren sei damit extrem niedrig, so die italienische Forscherin. Eine generelle Empfehlung für den Gebrauch von Kondomen in solchen Partnerschaften sei daher nicht nötig. Das hat auch Professor Stefan Zeuzem vom Universitätsklinikum in Homburg/Saar auf Anfrage der "Ärzte Zeitung" bestätigt.

Infektionsrisiken sind nach seinen Angaben Sexualpraktiken mit der Möglichkeit zu Schleimhauteinrissen oder Verkehr bei Geschlechtskrankheiten wie Herpes genitalis. Ebenso sollten promiskuitive Hepatitis-C-Patienten Safer Sex praktizieren, auch um sich vor Infektionen mit weiteren Viren wie HBV oder HIV zu schützen, sagte Zeuzem.

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