Ernährungsmedizin

Beim Thema Ernährung lügen sich die meisten Menschen in die Tasche

MÜNCHEN (sto). Für die meisten Deutschen gibt es offenbar keinen Grund, ihr Ernährungsverhalten zu ändern. Denn nach einer repräsentativen Befragung von tns Infratest sind 86 Prozent der Erwachsenen der Auffassung, dass sie sich gesund ernähren.

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Diese Ansichten stünden in einem offensichtlichen Gegensatz zur Realität, sagte Professor Karlheinz Schmidt, Vorsitzender der Internationalen Gesellschaft für Prävention, bei einer Veranstaltung der neuen Initiative "Zukunft Ernährung" in München. Zwei Drittel der Männer und etwa die Hälfte der Frauen in Deutschland seien übergewichtig, berichtete Schmidt bei einer Pressekonferenz, bei der sich die neue Initiative, die vom Unternehmen Orthomol getragen wird, und die auch die Infratest Umfrage in Auftrag gegeben hatte, der Öffentlichkeit vorstellte. Um einer breiten Öffentlichkeit das Thema gesunde Ernährung zu vermitteln, will die Initiative für verständliche Informationen sorgen, berichtete der Gründer der Aktion, Dr. Kristian Glagau. In den Medien gebe es zwar viele Informationen, diese seien aber oftmals verwirrend und widersprüchlich, so dass die Verbraucher keine Orientierung bekommen. Bei ihren Bemühungen, die Bevölkerung sachgerecht über eine gesunde Ernährung aufzuklären, will die Initiative auch Ärzte und Apotheken einbeziehen, so Glagau an.

Das Essverhalten werde vor allem auch durch Verhaltensmuster geprägt, die schon in der frühen Kindheit antrainiert wurden, erläuterte die Ärztin und Ernährungsberaterin Dr. Stephanie Grabhorn aus Frankfurt. Deshalb sei es auch so schwer das Essverhalten von Erwachsenen zu verändern. Den meisten Deutschen fehle ein tiefergehendes Grundverständnis der ernährungsphysiologischen Zusammenhänge.

Ziel der Initiative sei es daher, wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Ernährungsmedizin und alltagstaugliche Lösungen zu fördern, betonte Glagau. Wissenschaftliche Arbeiten dazu sollen einmal jährlich mit einem Preis ausgezeichnet werden, der mit 10 000 Euro dotiert ist. Regelmäßige Foren Zukunft Ernährung sollen den Dialog zwischen Wissenschaftlern, Medizinern, Ernährungsexperten und der Öffentlichkeit anregen.

www.zukunft-ernaehrung.de

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