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Bettlägerigen nützt lange Thrombose-Prophylaxe

WIESBADEN (ner). Es gibt zunehmend Hinweise darauf, dass die verlängerte Thromboseprophylaxe über bis zu fünf Wochen bei akut erkrankten und immobilisierten internistischen Patienten sinnvoll ist. Dies gelte nicht für alle diese Patienten, aber zum Beispiel für alte Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz, sagte Professor Sebastian Schellong aus Dresden.

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Etabliert ist bislang die zehntägige Thromboseprophylaxe mit niedermolekularem Heparin (NMH). So ist zum Beispiel nachgewiesen worden, dass die Thromboembolierate bei nicht-chirurgischen Patienten mit Enoxaparin (Clexane®) nur fünf Prozent beträgt im Vergleich zu 15 Prozent mit Placebo. Daran erinnerte Schellong beim Thrombose- und Hämostasekongress in Wiesbaden.

Aus der Chirurgie, etwa bei Patienten nach Endoprothesen-Implantationen oder nach Krebsoperationen, sei bekannt, dass die Thromboseprophylase länger als zwei Wochen fortgesetzt werden sollte. Denn dann können signifikant mehr thromboembolische Ereignisse verhindert werden als mit kürzerer Therapie, so Schellong bei einem von Sanofi-Aventis unterstützten Symposium. Dies gilt offenbar auch für internistische Patienten, die wegen akuter Erkrankungen wie Herzinsuffizienz, Infektionen und Atemwegserkrankungen ins Krankenhaus müssen.

Patienten über 75 Jahre mit schwerer Herzinsuffizienz sind Kandidaten.

So bekamen in der EXCLAIM-Studie* mit 5100 internistischen Patienten 4,9 Prozent bei zehntägiger Thromboseprophylaxe mit Enoxaparin eine sonografisch nachgewiesene venöse Thromboembolie, bei Behandlung über im Mittel 38 Tage waren es nur halb so viele: 2,8 Prozent (wir berichteten). Der Unterschied war signifikant. Die Zahl symptomatischer Thrombosen lag in der Verumgruppe bei 0,3 Prozent (Placebo: 1,1 Prozent). Die Unterschiede waren auch nach 90 Tagen noch signifikant.

Patienten mit akuter internistischer Erkrankung, die nicht komplett bettlägerig sind sowie Patienten unter 40 Jahren und ohne sonstige Risikofaktoren brauchten keine verlängerte Thromboseprophylaxe, so Schellong. Besonders gefährdet für Thrombosen seien akut erkrankte und immobilisierte Patienten über 75 Jahre mit Herzinsuffizienz ab NYHA-Klasse III, schwerer respiratorischer Insuffizienz, Krebs oder chronischen Erkrankungen sowie bei vorangegangenen Thromboembolien.

Die Rate starker Blutungen war in der EXCLAIM-Studie bei insgesamt niedriger Inzidenz mit verlängerter Heparin-Therapie höher als mit der nur zehntägigen Behandlung (0,6 versus 0,15 Prozent). Es seien daher jetzt noch weitere Untersuchungen notwendig, um die Nutzen-Risiko-Relation besser definieren zu können, sagte Schellong.

*EXCLAIM: Extended Clinical Prophylaxis in Acutely Ill Medical Patients

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