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Ein täglicher 30-minütiger Spaziergang reduziert bereits das Darmkrebsrisiko. Wenig Alkohol und wenig rotes Fleisch sind ebenfalls von Vorteil.

Ernährung und Lebensstil beeinflussen erheblich das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. In Studien belegt sei der protektive Effekt von täglich 30 Gramm Ballaststoffen (entspricht 200 g Vollkornbrot) oder 100 Gramm Obst und Gemüse, hat Professor Gerhard Hintze aus Bad Oldesloe berichtet. Die Ballaststoffe verkürzen die Transitzeit der Nahrung und binden Transfette und gesättigte Fettsäuren, sagte der Internist auf einer Veranstaltung der Felix Burda Stiftung in Hamburg.

Auch körperliche Aktivität und Gewichtsreduktion bei bestehendem Übergewicht senken das Erkrankungsrisiko. Moderate Bewegung (fünfmal wöchentlich ein 30-minütiger Spaziergang) führe zu einer Risikoreduktion um 50 Prozent.

Keine Empfehlungen können derzeit zur Chemoprävention gegeben werden. Zwar liegen einzelne Untersuchungen etwa für ASS, Folsäure oder Vitamin D vor, die einen günstigen Effekt auf die Darmkrebsentwicklung beschreiben, doch seien diese noch nicht eindeutig belegt. Erwiesen sei dagegen, dass der regelmäßige Verzehr von "rotem" Fleisch, also vor allem Rind und Schwein, das Darmkrebsrisiko verdoppeln könne. Negativ wirken sich ebenfalls Nikotin und Alkohol aus, so Hintze. Nach Daten einer kürzlich veröffentlichten Studie (JNCI 101, 2009, 296), könne bereits ein alkoholisches Getränk (10 g reiner Alkohol) pro Tag bei Frauen das Krebsrisiko erhöhen - jedes weitere Glas steigere die Gefahr um weitere zehn Prozent.

In den Fokus gerückt sind auch insulinpflichtige Diabetiker. Eine chronische Insulintherapie erhöhe das Darmkrebsrisiko signifikant um den Faktor Zwei bis Drei, sagte Hintze. Insulin wirke anabol und könne das Tumorwachstum fördern. "Vor Beginn einer Insulintherapie plädieren wir deshalb für eine präventive Koloskopie, auch wenn dies noch nicht in den Leitlinien zur Darmkrebsvorsorge enthalten ist." (ugr)

Lesen Sie dazu auch: Millionen nehmen an Darmkrebs-Vorsorge teil

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