Kommentar zur Adipositas-Chirurgie

Blaues Wunder Adipositas

Von Wolfgang Geissel Veröffentlicht: 11.09.2013, 16:28 Uhr

Es ist ein riesiges Dilemma: Weit über eine Million Menschen haben in Deutschland extremes Übergewicht mit einem BMI über 40.

Die meisten der Betroffenen haben keine Möglichkeit, auf konventionellem Weg mit Lebensstiländerungen ihr Gewicht dauerhaft zu reduzieren. Für sie bleibt als einzig realistische Chance zum deutlichen Abspecken ein chirurgischer Eingriff.

Dass dabei die Zahl der Adipositas-Operationen in Deutschland steigt, ist nicht verwunderlich. Auch weil bei uns bisher nur selten bei krankhaftem Übergewicht zum Messer gegriffen worden ist.

Die jetzt von der DAK genannte Rate von jährlich 41 Operationen pro 100.000 Versicherten in Berlin ist nicht ungewöhnlich hoch. In den USA gab es schon vor drei Jahren 72 solcher Eingriffe pro 100.000 Einwohner.

Viel zu lange wurde in Deutschland Adipositas als Charakterschwäche angesehen und nicht als schwere Krankheit mit extrem reduzierter Lebensqualität und frühem Tod. Betroffene brauchen eine lebenslange Therapie und zwar auch bei erfolgreicher Magenverkleinerung. Dass die Kosten hierfür in den nächsten Jahren steigen werden, ist absehbar.

Es gilt daher: Jeder Euro, der heute in wirksame Prävention von Übergewicht investiert wird, wird sich künftig vielfach auszahlen.

Lesen Sie dazu auch: Magenband und Co.: Immer mehr Fettleibige legen sich unters Messer

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