Direkt zum Inhaltsbereich

Blutdruck nur bei jedem zehnten Diabetiker optimal

LEIPZIG (eis). Auch scheinbar widersprüchliche aktuelle Studienergebnisse ändern nichts daran: Diabetes ist als Prädiktor für die kardiale Mortalität mit einer manifesten Koronaren Herzkrankheit auf eine Risikostufe zu stellen.

Veröffentlicht:
Diabetiker haben ein hohes kardiovaskuläres Risiko und brauchen eine konsequente Therapie, fordern die REACH-Forscher.

Diabetiker haben ein hohes kardiovaskuläres Risiko und brauchen eine konsequente Therapie, fordern die REACH-Forscher.

© fotolia.com

Daten des REACH-Registers hatten kürzlich ergeben, dass das Auftreten von nicht tödlichen Herzinfarkten bei Diabetikern nicht höher war als bei Nicht-Diabetikern mit Risikofaktoren (wir berichteten).

Allerdings war in der Studie die Rate tödlicher Infarkte bei Diabetikern ähnlich hoch wie bei Nicht-Diabetikern mit vorherigem Infarkt.

Fazit der REACH-Forscher: Diabetiker haben ein hohes kardiovaskuläres Risiko und brauchen eine konsequente Therapie gegen Bluthochdruck und Dyslipidämie.

Lipidsenkung und antihypertensive sowie antiglykämische Therapie wichtig

Das hat auch Professor Stephan Jacob aus Villingen-Schwenningen bei der DDG-Jahrestagung betont. Typisch für einen Typ-2-Patienten sei heute der übergewichtige 51-jährige LKW-Fahrer, der außer erhöhtem Blutzucker auch Bluthochdruck und Hyperlipidämie habe.

Bei solchen Patienten sei zur Vermeidung kardiovaskulärer Ereignisse eine Lipidsenkung und eine antihypertensive Therapie mindestens ebenso wichtig wie eine antiglykämische Therapie. Nur jeder zehnte Diabetiker erreiche Blutdruckwerte unter 130/80 mmHg und nur jeder sechste LDL-Cholesterin-Werte unter 100 mg/dl.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Konkurrenz für Primärpraxen?

Reformpaket beschlossen: Apotheker rücken zu Hausärzten in zweiter Reihe auf

Vielfalt der Musikermedizin

Ihr Patient ist Musiker? Was dann relevant werden könnte

Kontrollverlust und Überforderung

Diabetestechnik und ihre Herausforderungen bei Kindern und Älteren

Das könnte Sie auch interessieren
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Dr. Dr. Winfried Miller 07.06.201109:26 Uhr

Gewichtsabnahme ist das primäre Ziel!

Bei übergewichtigen Typ-2-Diabetikern sollte das primäre Therapieziel die Gewichtsreduktion sein.

Das chronisch-entzündete Fettgewebe bei Übergewichtigen produziert permanent pro-inflammatorische Zytokine. Die einwandernden Makrophagen (angelockt durch das im Fettgewebe produzierte MCP-1) schliessen sich diesem pro-inflammatorischen Circulus vitiosus an.

Insulinresistenz hängt u.a. auch mit der Konzentration des pro-inflammatorischen Zytokins TNF-alpha zusammen. Erhöhte TNF-alpha-Konzentrationen blockieren die Signalübertragung des Insulins via Kinasen.

Deshalb: Das Übel an der Wurzel packen und nicht nur symptomatische Therapie betreiben! Gewicht senken und RR und Insulinresistenz regeln sich von selbst. Damit kann man verständlicherweise nicht viel Geld verdienen.

Sonderberichte zum Thema

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Abb. 1: Empagliflozin reduzierte auch bei niedriger Ausgangs-eGFR die Progression der chronischen Nierenkrankheit (Test für Heterogenität/Trend: a) 12=0,06, p=0.81; b) 12=6,31, p=0,012)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Chronische Nierenkrankheit

SGLT2-Inhibition: Nephroprotektiv auch bei stark erniedrigter eGFR

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Ko KG, Ingelheim am Rhein
Abb. 2: Sekundärer Endpunkt der BOREAS-Studie: Veränderung der Lungenfunktion unter Dupilumab versus Placebo

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Typ-2-Inflammation bei COPD

Bessere Lungenfunktion und mehr Lebensqualität durch IL-4/-13-Hemmung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Berlin, und Regeneron GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Motivierende Gesprächsführung

Wie motiviere ich Patienten mit Depression zu Sport?

Arzt entwickelt MFA-Börse

So finden Praxisinhaber die MFA, die zu ihnen passt

Von DiGA bis Chatbot

Wie Dr. KI die rheumatologische Versorgung verbessert

Lesetipps
Ein Stapel mit vielen Büchern

© Frank Rumpenhorst/dpa

State-of-the-Art

Was in den Praxisempfehlungen und Leitlinien der DDG neu ist

Blick über die Schulter eines Trompeters, der ein Konzert spielt.

© Kitreel / Stock.adobe.com

Vielfalt der Musikermedizin

Ihr Patient ist Musiker? Was dann relevant werden könnte