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Blutdruckmittel Telmisartan verbessert Insulinsensitivität

MÜNCHEN (grue). Der AT-II-Antagonist Telmisartan senkt nicht nur den Blutdruck, sondern verbessert offenbar auch die Insulinsensitivität und den Lipidstoffwechsel. Die Substanz wirkt ähnlich wie Glitazone, die als orale Antidiabetika verwendet werden.

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Glitazone aktivieren den Zellkernfaktor PPAR-gamma und verbessern so die Insulinempfindlichkeit von Diabetikern mit Insulinresistenz. Einen ähnlichen, wenn auch weniger starken Effekt wie Rosiglitazon oder Pioglitazon besitzt Telmisartan. Professor Theodore Kurtz von der Universität Michigan in Ann Arbor bezeichnet Telmisartan deshalb als selektiven PPAR-gamma-Modulator. "Die Substanz verbessert den Zucker- und Fettstoffwechsel und könnte eine interessante Option für Hypertoniker mit metabolischem Syndrom sein".

Dazu gibt es bereits eine Pilotstudie mit 40 Patienten, die mit den AT1-Blockern Losartan und Telmisartan in üblicher Dosierung behandelt wurden. Wie Kurtz auf einer Veranstaltung der Unternehmen Boehringer Ingelheim und GlaxoSmithKline, die Telmisartan als Micardis® anbieten, beim Europäischen Kardiologie-Kongreß in München berichtet hat, verbesserte sich im Telmisartan-Arm die Insulinsensitivität signifikant im Vergleich zum Ausgangswert. Mit Losartan verschlechterte sie sich leicht.

Auch andere AT1 Blocker hatten keine günstige Wirkung auf den Blutzucker, "offenbar kann nur Telmisartan über eine spezielle Bindung den Zellkern-Rezeptor aktivieren", so Kurtz. Als partieller PPAR-gamma-Agonist könne es auch den Lipidmetabolismus verbessern, was bei hypertensiven Typ-2-Diabetikern belegt wurde.

"Als Antihypertensivum mit dualem Wirkprinzip ergeben sich für Telmisartan neue Chancen, etwa in der Prävention und Behandlung bei Atherosklerose". Die bekannte blutdrucksenkende Wirkung wird durch die Angiotensin-Blockade erzielt, die auch den oxidativen Streß reduziert und eine Endothelzell-Proliferation verhindert. Über die PPAR-gamma-Aktivierung wird die Dyslipidämie und die Insulinresistenz angegangen.

"Damit sollte es gelingen, die Atherosklerose in Schach zu halten", sagte Kurtz. Besonders viel verspricht er sich aber von einer Kombinationstherapie. Denn auch ACE-Hemmer verbessern den Glukosestoffwechsel, allerdings über andere Wege. Kombiniert mit Telmisartan könnte sich daraus ein besonderer Vorteil für kardiovaskuläre Patienten ergeben. Ob sich das bestätigt, wird in der dreiarmigen ONTARGET-Studie geprüft, mit Telmisartan und Ramipril allein oder in Kombination.

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