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Magen-Darm-Virus

Botswana-Sprinter Makwala über WM-Aus empört

Botswanas Weltklasse-Sprinter Isaac Makwala hat frustriert und empört auf sein WM-Aus reagiert. Zuvor hatte das Magen-Darm-Virus schon deutsche Athleten erwischt.

Veröffentlicht:
Sprinter Isaac Makwala aus Botswana wurde bei der Leichtathletik-WM in London von einem Magen-Darm-Virus gestoppt.

Sprinter Isaac Makwala aus Botswana wurde bei der Leichtathletik-WM in London von einem Magen-Darm-Virus gestoppt.

© dpa

LONDON. Der Sprinter Isaac Makwala warf den Organisatoren sogar "Sabotage" vor. "Sie haben mir nicht mal zugehört. Sie haben nur gesagt: Nein, du kannst nicht laufen, weil du krank bist", sagte der 30-Jährige dem britischen Fernsehsender ITV in London. "Manchmal denke ich, das könnte Sabotage sein."

Makwala ist nach Angaben des Weltverbandes IAAF am Magen-Darm-Virus erkrankt. Daher hatte ihm die IAAF am Dienstag den Start im 400-Meter-Finale der Leichtathletik-WM untersagt, das schließlich sein großer Rivale Wayde van Niekerk gewann. Der Südafrikaner machte damit den ersten Schritt zum erhofften Gold-Double über 200 und 400 Meter.

Makwala war am Dienstagabend schon am Olympiastadion, wurde aber gestoppt und zurückgewiesen. Wegen der ansteckenden Erkrankung hatte er am Montag bereits den Vorlauf über 200 Meter verpasst. Das britische Gesundheitsrecht schreibt in solchen Fällen zwingend eine 48-stündige Quarantäne vor; Makwala musste auf seinem Hotelzimmer bleiben – bis Mittwoch 14.00 Uhr Ortszeit.

Auch Deutsche Sportler hatten sich Berichten zufolge bei der Leichtathletik-WM einen Magen-Darm-Virus eingefangen. (dpa)

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Kommentare
Thomas Georg Schätzler 10.08.201709:59 Uhr

Weitere Infos

https://www.leichtathletik.de/news/news/detail/norovirus-in-teamhotels-wm-in-london-keine-normale-meisterschaft/

"Obwohl wir die Ursachen der Beschwerden nicht kannten, haben wir die Betroffenen vom Rest des Teams getrennt", erklärte Andrew Lichtenthal [leitender Teamarzt des DLV] am Mittwoch auf einer Pressekonferenz. Am Samstag meldete sich ein weiterer DLV-Betreuer mit Symptomen. Untersuchungen unter anderem von Speichelproben brachten in mehreren Proben das hoch ansteckende Norovirus zutage. Im deutschen Teamhotel sind bisher 30 Fälle bekannt, mittlerweile ist klar, dass auch alle anderen Athletenhotels der Weltmeisterschaften betroffen sind. Im DLV-Team gibt es insgesamt 13 Fälle, sieben Athleten und sechs Betreuer. "Wenn solche Probleme auftreten, geht es nicht mehr alleinig um den Sport", sagte Andrew Lichtenthal. "Wir müssen nicht mehr nur den Sportler schützen, sondern die Umgebung, um die Weiterverbreitung zu verhindern." Denn während das Norovirus bei gesunden Menschen nur geringe Beschwerden hervorruft, stellt es für vorbelastete Personen eine große gesundheitliche Gefahr dar. So war unter anderem der als Herausforderer von Wayde van Niekerk (Südafrika) über 200 Meter und 400 Meter gehandelte Isaac Makwala (Botwana) vom Weltverband IAAF am Start gehindert worden." (Zitat Ende)

WIKIPEDIA schreibt dazu:
"Die Typspezies der Gattung Norovirus, das Norwalk-Virus, wurde in Stuhlproben eines viralen Gastroenteritis-Ausbruchs von 1968 in Norwalk, Ohio, durch Immunelektronenmikroskopie 1972 erstmals morphologisch charakterisiert. Um den Zusammenhang zwischen dem gefundenen Virus und einer Gastroenteritis-Erkrankung beweisen zu können, wurde gereinigtes Stuhl-Ultrafiltrat (gewonnen aus menschlichem Kot erkrankter Patienten) an Freiwillige oral verabreicht, die anschließend ebenfalls erkrankten."

Nachweis durch quantitative Echtzeit-PCR. 2012 wurden etwa 11.000 Patientinnen und Patienten über importierte Erdbeeren (VR China) mit dem Norovirus infiziert.

Weiter auf WIKIPEDIA:
"Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch über eine Kontakt- bzw. Schmierinfektion. Die Viren werden über den Stuhl oder Erbrochenes ausgeschieden und auf fäkal-oralem Weg oder beim Einatmen des beim Erbrechen entstehenden Aerosols oral übertragen. Die Ansteckung mit Viren kann über kontaminierte Gegenstände erfolgen. Ferner ist eine Aufnahme der Erreger über kontaminiertes Wasser möglich, dies kann zum einen über Speisen und Getränke, welche mit kontaminiertem Wasser zubereitet wurden, aber auch durch das Trinken von Leitungswasser erfolgen."
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Humane_Noroviren

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund (z.Zt. Gdansk/Polen)

Thomas Georg Schätzler 09.08.201717:20 Uhr

Enteroviren sind ubiquitär und keine Sabotage!

Ich kann nur über Männertoiletten-Hygiene sprechen, anderes ist mir verständlicherweise nicht zugänglich. Aber wie viele meiner Artgenossen, egal nach welcher Art der Erleichterung auch immer, sich grundsätzlich danach nicht die Hände waschen, ist ebenso verblüffend wie peinlich unhygienisch.

Empirisch wurde in einer Studie vor Jahrzehnten an Autobahn-Raststätten-Männer-Toiletten der reichliche Wasserverbrauch der Toilettespülvorgänge mit dem mageren Wasserverbrauch an den Waschbecken abgeglichen: Ein Missverhältnis sonder gleichen!

Bei Spitzenportlern/-innen wundert mich bei weniger internistisch-infektiologischer als orthopädisch geprägter, sportmedizinischer Betreuung seit vielen Jahren gar nichts mehr. Die selbst von der WHO empfohlenen Probiotika (Perenterol, Yomogi, Symbioflor), aber auch Loperamid mit Elektrolyten oder Schutzimpfungen bzw. Lactobacillus acidophilus- und Milchsäure-haltige LC-1-Joghurts werden nicht verabreicht. Stattdessen eher unwirksames Tannacomp aus der Apotheke, weil das so schön teuer ist?

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund (z.Zt. Gdansk/Polen)

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