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Bundesweite Dialyse-Datenbank in Betrieb genommen

KÖLN (ars). Eine bundesweite Datenbank zur Dialyse hat ihren Betrieb aufgenommen. Ziel ist, bei Patienten mit chronischer Nieren-Insuffizienz Kenntnisse über Krankheitsverlauf und Therapie zu gewinnen.

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Die Dokumentation heißt "AENEAS". Das Akronym steht für "Anwenderfreundliche Evaluation in der Nephrologie zu Entzündung, Anämie und sekundärem Hyperparathyreoidismus". Auf diesen Erkrankungen liegt der Schwerpunkt deshalb, weil sie häufig mit einer Dialyse einhergehen.

Außerdem sind sie die Hauptgründe für die extrem hohe Mortalität der Patienten, wie Professor Jan Galle aus Lüdenscheid bei einer Präsentation in Köln berichtet hat. Einer Studie zufolge habe zum Beispiel ein 30-jähriger Dialysepatient dieselbe Lebenserwartung wie ein 80-Jähriger mit gesunder Niere. Zur Zeit befinden sich in Deutschland 50 000 Patienten in Hämodialyse, ihre Zahl steigt jährlich um fünf Prozent. Hauptursachen von Nephropathien sind Hypertonie und Diabetes.

Das vom Unternehmen Amgen unterstützte Projekt beseitigt nach Galles Angaben ein Manko. Denn bislang mussten deutsche Nephrologen bei Bedarf auf internationale, amerikanische oder europäische Datenbanken zurückgreifen. Der Nachteil ist jedoch, dass andere Länder andere Dialyse-Standards haben, die einzelnen Nierenersatz-Therapien unterschiedlich häufig anwenden oder dass die Daten schlecht vergleichbar sind, zum Beispiel weil die Patienten genetisch unterschiedlich sind oder sie sich anders ernähren.

Die am Projekt teilnehmenden Patienten profitieren langfristig durch eine bessere Therapie. Die Zentren haben jedoch schon einen direkten Gewinn: Da die Datenbank interaktiv angelegt ist, können sie ihren Status online abrufen und mit dem Kollektiv aller anderen Zentren vergleichen. Zudem bekommen sie für ihre Patienten Therapie-Empfehlungen auf der Basis von Algorithmen.

Während einer einjährigen Pilotphase wurden die Daten von insgesamt 1500 Dialysepatienten gesammelt. Eine erste Auswertung 2006 hatte ergeben, dass der Hämoglobinwert nur bei einem Fünftel der Patienten stabil im Sollbereich (11 bis 13 g / dl) liegt.

Bis Ende 2007 sollen Datensätze von 5000 Patienten zusammenkommen, so Galle.

Weitere Infos zum Projekt gibt es unter http://www.aeneas-dialyse.de

Lesen Sie dazu auch den Gastkommentar: Datenbank schließt Lücke bei Dialyse

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