Certoparin wird bei immobilen Herzkranken geprüft

WIESBADEN (nsi). Jeder immobilisierte Patient hat ein erhöhtes Thromboserisiko. Drei von vier Patienten, die eine tiefe Venenthrombose oder eine Lungenembolie bekommen, sind Patienten mit internistischen Erkrankungen. Und: Jährlich sterben in Deutschland allein 40 000 Menschen an einer Lungenembolie, sagte Professor Hanno Riess von der Charité Berlin beim Internisten-Kongress.

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Deshalb sollten bettlägerige Patienten eine Thromboseprophylaxe erhalten, auch wenn sie nicht operiert werden. Vor kurzem ist eine große deutsche Studie gestartet, um zu prüfen, wie wirksam und sicher das niedermolekulare Heparin (NMH) Certoparin (Mono-Embolex) im Vergleich zu unfraktioniertem Heparin (UFH) vor Thromboembolien schützt. "Bislang ist noch unklar, ob sich UFH und NMH für eine Thromboseprophylaxe bei internistischen Patienten gleich gut eignen oder ob es Unterschiede gibt", sagte Riess.

Ziel der CERTIFY-Studie sei, die Nichtunterlegenheit von Certoparin im Vergleich zu UFH bei immobilisierten, akut kranken, internistischen Patienten nachzuweisen. Ziel ist, dass Certoparin für diese Indikation zugelassen wird. Eine Placebogruppe gibt es nicht. Der primäre kombinierte Endpunkt der Studie umfasst - entsprechend den Kriterien der europäischen Arzneimittelbehörde EMEA - tiefe Beinvenenthrombosen, symptomatische, aber nicht-tödliche Lungenembolien und Tod durch venöse Thromboembolie während der Therapie, sagte Riess.

Insgesamt sollen 3200 Patienten im Alter von mindestens 70 Jahren teilnehmen. Sie werden 8 bis 20 Tage mit den Heparinen behandelt. Am Ende der Therapie steht eine klinische Beurteilung inklusive Kompressionsultraschall. "Dies ist eine der modernsten und größten Studien zu dieser Fragestellung, die den Forschungsstandort Deutschland mit mehr als hundert teilnehmenden Zentren stärkt", sagte Riess auf der von dem Unternehmen Novartis unterstützten Veranstaltung.

Weitere Infos zur CERTIFY-Studie gibt es per E-Mail, und zwar unter der Adresse: hanno.riess@charite.de



STICHWORT

CERTIFY-Studie

These: Certoparin ist bei immobilisierten, akut kranken, internistischen Patienten unfraktioniertem Heparin (UFH) nicht unterlegen.

Patienten: Mindestalter 70 Jahre, mit akuter Erkrankung, die zur Bettlägrigkeit zwingt.

Methode: Therapie 8 bis 20 Tage mit 3000 Anti-Xa-Einheiten Certoparin pro Tag oder dreimal täglich 5000 Einheiten UFH. Primärer Endpunkt: Gesamtinzidenz venöser Thrombosen oder Lungenembolien und damit in Zusammenhang stehende Todesfälle. Um auch okkulte Thrombosen zu finden, wird zusätzlich eine Kompressionssonografie gemacht. (gvg)

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